Bild: Guido Kirchner / dpa
Beim SPD-Parteitag greift er Merkel direkt an

Es muss anstrengend sein, gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel Wahlkampf zu machen. Denn zu einem Kampf gehören eigentlich zwei Gegner, die Schläge austauschen. Aber Merkel schlägt nicht.

Merkel regiert, lächelt und legt ihre Hände in eine Raute. 

Denn sie muss nicht angreifen, sie muss verteidigen. Sie sitzt ja schon im Kanzleramt. Vielleicht sehen wir mit Blick auf die Bundestagswahl im September deshalb mal wieder keinen Wahlkampf, sondern eher eine Wahlbelagerung – von der SPD. Die ja rein will ins Kanzleramt. 

Doch das Problem für die SPD: Gerade Merkels Nicht-Wahlkampf ist für viele Wähler sehr attraktiv. Merkel macht kein Gezeter, kein Gepolter, es gibt keine Stimmungsmache. 

Wie soll man als Kandidat aus der Opposition dagegen ankommen? 

Schulz kann ja nicht dasselbe machen, wie Merkel – dann würde er einfach übersehen. Was er stattdessen machen will, zeigte er am Sonntag (25. Juni) auf dem SPD-Parteitag in den Dortmunder Westfalenhallen. Offenbar hat er sich dazu entschieden, die Zurückhaltung Merkels ins Zentrum seines Angriffs zu stellen.

CDU entzöge sich systematisch einer Debatte um die Zukunft des Landes, sagte er – und bezeichnete das als 

Anschlag auf die Demokratie.

Weil die Kanzlerin nichts sage, würde sie die Menschen demobilisieren, meinte Schulz. Also: Wo sich alles nach Stillstand anfühlt, hat auch keiner mehr Lust, zur Wahl zu gehen. 

Schon in den vergangenen Wahlkämpfen haben sich Merkels Kontrahenten oft eher im Schattenboxen als im Nahkampf üben müssen, US-Diplomaten bezeichneten die Kanzlerin damals als "Teflon-Merkel" – in Anspielung auf eine beschichtete Pfanne, an der nichts haften bleibt (n-tv).

2009 und 2013 sei sie damit erfolgreich gewesen, 2017 nicht mehr, sagte Schulz. Das hofft er natürlich – doch derzeit scheint Merkel sicher in ihrem Kanzleramt zu thronen: In Umfragen liegt die CDU deutlich vorn.

Das wünschen sich junge Menschen vom SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz
"Ich wünsche mir zum einen eine familiennähere Politik und zum anderen eine bessere EU-Politik. Damit meine ich, dass trotz des Brexits die Beziehungen zu Großbritannien stabil bleiben...
Außerdem wünsche ich mir ein Freihandelsabkommen und ganz allgemein: Dass noch eine Lösung für die Flüchtlingskrise gefunden wird, obwohl ich finde, dass Deutschland das schon ganz gut gelungen ist."
"Ich wünsche mir vom möglichen Bundeskanzler Martin Schulz neuen und frischen Wind in der Politik als Abwechslung zu Angela Merkel...
Außerdem wünsche ich mir von ihm als ehemaligem EU-Politiker mehr Einsatz für Europa – gegen den Rechtsruck, der derzeit stattfindet...
Auch wenn ich kein SPD’ler bin, wünsche ich mir durch das neue Gesicht mehr Zulauf für die SPD und mehr Abgänge von der AfD."
"Ich wünsche mir, dass Schulz als Bundeskanzler dafür Sorge trägt, dass Deutschland kulturell offen bleibt für Menschen aus der ganzen Welt...
Dabei ist nicht wichtig, aus welchem Grund sie hier sind – sei es weil sie Urlaub machen oder weil sie Asyl suchen."
"Sollte Schulz Bundeskanzler werden, wünschen wir uns ein selbstbewusstes Auftreten gegenüber Trump. Außerdem hoffen wir, dass die Flüchtlingspolitik so weiterbetrieben wird wie bisher."
"Ich wünsche mir, dass mehr darauf geachtet wird, was das Volk sich wünscht. Ich habe das Gefühl, dass oft etwas gesagt und entschieden wird von einer abgehobenen Stelle...
Mir kommt es vor, dass der Blick für die wahren, wichtigen Dinge im Leben fehlt. Das finde ich schade."
"Ich habe wenig Ahnung von Politik. Ich weiß nur, dass Schulz eine gute Rede gehalten hat beim Lichterfest in Leipzig, wo an den 9. Oktober 1989 erinnert wurde...
Er scheint cool zu sein, denn er macht einen sympathischen Eindruck. Ich mag, dass...
...er einen guten Blick auf die allgemeine europäische Situation hat, also einen Gesamtblick, was Ost und West anbelangt."
"Ich wünsche mir von Martin Schulz, dass er alles schöner und friedlicher macht. Außerdem hoffe ich, dass er sich gegen Trump wendet."
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Food

Was passiert, wenn du mit nur einer Bohne Kaffee kochst

In der Mini-Version ist ja oft alles nur halb so schlimm. Wenn Donald Trump winzig wäre, dann hätte er wahrscheinlich auch eine Pieps-Stimme, er könnte nicht mehr so viel brüllen – und würde kaum noch gehört.

Wenn Chipstüten mini wären, würden wir automatisch weniger von dem ungesunden Knabberzeug essen. In Mini-Autos würden wir viel weniger Schafstoffe hinausschleudern. So zumindest die durchaus niedlich klingende Theorie.