Bild: Olmo Calvo/AP/dpa
2 Fragen zu den Geschehnissen vom Wochenende

Was ist passiert?

Die spanische Seenotrettung hat am Wochenende mindestens 479 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Allein am Samstag waren es 330 Flüchtlinge, die von einem Schiff der Guardia Civil aufgenommen wurden, darunter rund 100 Kinder. Einer der Geflüchteten trieb auf dem Schlauch eines Lkw-Reifens im Wasser. Am Sonntag brachten die Retter weitere 149 Menschen an Land. (tagesschau)

Laut der Internationalen Organisation für Migration sind in Spanien in diesem Jahr mehr als 16.900 Flüchtlinge eingetroffen – fast so viele wie in Italien. Hinzu kamen weitere 2900, die über die Enklaven Ceuta und Melilla auf spanisches Territorium gelangten. Die beiden Städte befinden sich an der nordafrikanischen Küste und grenzen an Marokko. 

Wie geht es weiter mit den Geflüchteten vor Italien?

Schon am Samstag waren etwa 450 Flüchtlinge in der Nähe italienischer Inseln aus prekärer Lage von einem Holzboot gerettet worden. An der Rettungsaktion war auch die EU-Grenzschutzbehörde Frontex beteiligt. Dennoch weigerte sich Italiens Innenminister Matteo Salvini, sie ins Land zu lassen. (bento)

Mittlerweile haben Frankreich, Deutschland und Malta zugesagt, jeweils 50 der Geretteten aufzunehmen (bento). Dennoch ist nach wie vor unklar, wann und wo die Schiffe mit den Geflüchteten an Land gehen können. Die Regierung in Italien hatte damit gedroht, die Flüchtlinge nach Libyen zurückzuschicken – dabei können diese nach internationalem Recht nicht in Länder zurückgebracht werden, wo ihr Leben in Gefahr ist. 

Libyen wird von Vereinten Nationen und auch der EU als nicht sicher eingeschätzt. Salvini hatte jedoch die anderen EU-Innenminister bei einem Treffen gedrängt, das Land zu einem sicheren Ort zu erklären. (tagesschau)


Gerechtigkeit

SPD-Politiker wütet gegen Seehofers Abschiebungen: "Verhaltensweisen wie von Donald Trump"
Die wichtigsten 3 Zitate

In den vergangenen Wochen konnte der Eindruck entstehen, dass die Große Koalition nur aus einem Mann besteht: Horst Seehofer. Der Innenminister und CSU-Chef hat seit Anfang Juni die Bundesrepublik mit der Frage beschäftigt, ob das Asylgesetz verschärft werden soll. 

Seehofer hat sich darüber mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zerstritten, am Ende gewonnen. Bei der abschließenden Vorstellung seines "Masterplans Migration" witzelte er vergangene Woche dann auch noch über 69 abgeschobene Afghanen. Kurz darauf beging einer davon in Kabul Suizid. (bento)