Anfang des Jahres der Rassismus-Eklat bei H&M, nun der nächste Werbe-Fail: Diesmal geht es um einen neuen Spot von Heineken. Der Bierhersteller bewirbt sein Diätbier mit dem Slogan "Sometimes, Lighter is Better".

Auslöser der Rassismusvorwürfe ist der dazugehörige Spot: Er spielt an der Bar einer Rooftop-Party. Der Barkeeper sieht von Weitem eine Frau, die mit ihrem Weißwein offenbar unglücklich ist, und öffnet daraufhin eine Flasche Heineken Light, die er über den Tresen flitzen lässt. 

Das Bier bahnt sich seinen Weg vorbei an mehreren dunkelhäutigen Partygästen, bis es am Ziel angelangt – einer weißen Frau. Es folgt der doppeldeutige Slogan "Sometimes, Lighter is Better". Das kann sowohl als "leichter ist besser" – aber auch als "heller ist besser" übersetzt werden. 

Hier kannst du den Spot sehen:

Der US-amerikanische Musiker Chance the Rapper machte mit einem Tweet auf die fragwürdige Werbung des Bierbrauers aufmerksam. Darin beschreibt er den Spot als "schrecklich rassistisch" und wirft Heineken und anderen Firmen vor, mit Werbungen dieser Art absichtlich zu provozieren:

Auf den Tweet des Rappers folgte ein Shitstorm gegen den Bierhersteller. "Heineken" zog den Spot und die dazugehörige Kampagne daraufhin zurück. Ein Sprecher des Unternehmens äußerte sich im Interview mit "Business Insider". Heineken habe immer darauf gesetzt, in seiner Werbung zu zeigen, dass "uns mehr vereint als uns trennt". 

Der neue Werbespot beziehe sich auf das Heineken Light-Bier. "Wir haben das Ziel verfehlt, nehmen uns das Feedback zu Herzen und lassen es in künftige Kampagnen einfließen." (Business Insider.de)


Fühlen

Viele Frauen in Deutschland haben Endometriose – nur wenige wissen es
Sie leidet an Endometriose.

An dem Tag, als Sinem zum ersten Mal diesen Schmerz spürte, wollte sie mit ihrer Familie an die Ostsee fahren. "Es fühlte sich an, als würde etwas in mir zerreißen", sagt sie. Es war Anfang der Sommerferien und Sinem 13 Jahre alt. Schon am Abend hatte sie aufgeregt ihre Tasche gepackt. Statt Vorfreude aber weckte sie dieses Stechen im Unterleib. Sinem sah das Blut im Bett, unter Tränen lief sie zu ihrer Mutter. Die sagte: "Keine Sorge, das ist normal. Du hast deine Periode bekommen." Aber diese Schmerzen, klagte Sinem. "Die gehen vorbei."

Doch sie wurden nur schlimmer. Eine Woche lag Sinem verkrampft im Bett, der Vater fuhr mit ihren zwei Schwestern alleine an die Ostsee, die Mutter blieb bei ihr. Und in Sinem nahm zum ersten Mal diese Angst Gestalt an, die sie bis heute nicht losgelassen hat: die Angst vor den Schmerzen.

Sinem Dogan ist heute 22 Jahre alt und hat drei Operationen hinter sich. Sie trägt das dicke braune Haar im Dutt und Wollsocken in den Schuhen. Kälte nährt die Krämpfe, die sie ständig begleiten. 

Sinem leidet an Endometriose. 

Dabei wächst gutartiges Gewebe aus der Gebärmutter in den Bauchraum und setzt sich an Bauchfell oder Organen fest. Jede zehnte Frau in Deutschland leidet daran. Schauspielerin und Regisseurin Lena Dunham erzählte vor kurzem in einem bewegenden Bericht von ihren eigenen Leiden. (bento)