Bild: Getty Images/Sean Gallup
Schulen aufbauen, in Asylunterkünften anpacken. Ein neues Programm macht es möglich.

So richtig brennen junge Menschen nicht für Europa – das zumindest zeigen die Zahlen der europaweiten Studie "Generation What". Zwar fühlen sich knapp 90 Prozent der jungen Deutschen auch als Europäer. Die allermeisten jedoch identifizieren sich immer noch eher mit dem Land, der Region oder der Stadt, aus der sie kommen.

Um das zu ändern, hat die EU-Kommission nun einen neuen Freiwilligendienst ins Leben gerufen – das sogenannte Solidaritätskorps. In sozialen Projekten überall in Europa sollen junge Menschen gemeinsam für einige Monate arbeiten und so erfahren, dass die europäische Idee mehr bedeutet als Reisefreiheit und Warenaustausch.

Wer kann mitmachen?

Alle Europäer zwischen 18 und 30 Jahren. Seit dem 7. Dezember können sich Interessierte online bewerben. Die Auswahlverfahren beginnen allerdings erst im Frühjahr 2017.

Wie funktioniert das Solidaritätskorps?

Wie eine Vermittlungsplattform, auf der sich junge Freiwillige und Hilfsorganisationen treffen. Wer sich online bewirbt, kann angeben, in welchen Bereichen er gerne arbeiten möchte. Die Hilfsorganisationen müssen ihre Projekte von der EU-Kommission prüfen lassen. Gibt Brüssel grünes Licht, können die Organisationen die Datenbank nach geeigneten Bewerber durchsuchen und sie anschließend kontaktieren.

Und: Wie europäisch fühlst du dich?
In welchen Projekten kann man sich im Ausland engagieren?

Freiwillige können helfen, Schulen und soziale Einrichtungen nach einem Erdbeben wieder aufzubauen, in Asylunterkünften anpacken, Menschen mit Behinderungen betreuen oder sich um den Schutz der Umwelt kümmern. Von der direkten Notfallhilfe bei Katastrophen sind die Freiwilligen allerdings ausgeschlossen. Den Job machen auch in Zukunft Profis.

Bekomme ich für meine Arbeit Geld?

Freiwillige erhalten keine direkte Vergütung. Allerdings übernimmt die EU, je nach Förderprogram, die Kosten für Hin- und Rückreise, Unterkunft, Verpflegung und Krankenversicherung. Zusätzlich bekommen Freiwillige für ihre Arbeit ein kleines Taschengeld vor Ort.


Wie junge Menschen ihren Freiwilligendienst im Ausland erlebt haben, liest du hier:

Was muss ich sonst noch wissen?

Die Initiative vermittelt nicht nur Plätze für Freiwillige, sondern auch richtige Praktika und Jobs. In diesem Fall bekommt man natürlich einen Arbeitsvertrag und ein Gehalt.

Gibt es auch Kritik?

Ja. Es gibt nämlich seit 20 Jahren bereits einen Europäischen Freiwilligendienst. Mit EU-Fördergeldern schicken etliche Organisationen junge Menschen ins Ausland. Sie befürchten, dass sie nun weniger finanzielle Hilfe bekommen, weil das neue Solidaritätskorps aus dem gleichen Topf bezahlt wird.

Außerdem glaubt die EU, dass der Dienst im Solidaritätskorps jungen Menschen hilft, einen Arbeitsplatz zu finden. Gerade in südeuropäischen Ländern wie Spanien, Portugal und Italien ist die Jugendarbeitslosigkeit hoch. Wie genau junge Menschen durch freiwillige, unbezahlte Hilfsarbeit im Ausland aber einen festen Job bekommen sollen, bleibt unklar.


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