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Selbst die katholische Kirche ist da entspannter.

Polizisten müssen im Dienst ordentlich aussehen. Was da gar nicht ins Bild passt: ein sichtbares Tattoo. So sieht es zumindest der Freistaat Bayern.

In einem Streit vor Gericht hat der Staat Bayern nun Recht bekommen – und verhindert, dass sich ein Polizist den Unterarm tätowieren darf.

Es geht um ein sehr banales Wort. Der Polizeioberkommissar Jürgen Prichta wollte sich das hawaiianische Wort "Aloha" stechen lassen. 2008 hatte Prichta mit seiner Frau die Flitterwochen auf Hawaii verbracht, das Tattoo sollte eine Erinnerung werden. Der Freistaat war dagegen.

Nun, zehn Jahre später, gibt es eine Entscheidung. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat es höchstrichterlich verboten. (Stern)

Was ist daran besonders?

Das Urteil ist rechtskräftig, die Revision wurde nicht zugelassen. Und es geht um mehr als nur "Aloha" – denn das Urteil hat eine Bedeutung für alle Polizistinnen und Polizisten in Bayern. Alles, was sichtbar die Erscheinung der Polizisten verändert, ist nicht zulässig.

Das Gericht verweißt auf das Bayerische Beamtengesetz: 

"Soweit es das Amt erfordert, kann die oberste Dienstbehörde nähere Bestimmungen über das Tragen von Dienstkleidung und das während des Dienstes zu wahrende äußere Erscheinungsbild der Beamten und Beamtinnen treffen. Dazu zählen auch Haar- und Barttracht sowie sonstige sichtbare und nicht sofort ablegbare Erscheinungsmerkmale."

Also auch: Tattoos.

Einer der Anwälte sagte, es ginge nicht darum "irgendwelche verstaubten Moralvorstellungen durchzusetzen". Stattdessen:

Es geht darum, den Polizeibeamten zu schützen. Das zählt aus unserer Sicht zur Fürsorgepflicht.

Der Bayerische Beamtenbund hält die Entscheidung für falsch. Sprecherin Anette Egle trägt selbst mehrere Tattoos: "Man muss im Auge behalten, dass Tattoos in der gesellschaftlichen Akzeptanz deutlich gestiegen sind", sagt Egle der "Süddeutschen Zeitung". "Es gibt im öffentlichen Dienst wichtigere Sachen, über die man sich Gedanken machen kann".

Nicht alle Bundesländer sind so streng. Beamte in Berlin oder Baden-Württemberg dürfen zum Beispiel Tattoos tragen. Und auch die katholische Kirche ist lockerer  – dort gibt es für Tattoos ebenfalls keine Verbote.


Fühlen

Gegen den Hass: Lena Meyer-Landrut legt nach – mit diesem langen Post
"Wachstum durch Widerstand"

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