Bild: Getty Images/Carl Court

Englische, russische und wohl auch französische Hooligans, die erbarmungslos aufeinander einprügeln – diese Szenen spielten sich am Samstagabend vor dem EM-Spiel zwischen England und Russland in Marseille ab. Ein 51-Jahre alter Engländer schwebt weiterhin in Lebensgefahr, auch nach dem Spiel gingen die Krawalle weiter. Selbst im Stadion konnte die Polizei die beiden Hooligan-Gruppen nicht trennen. Wegen der Ausschreitungen ermittelt die Uefa nun gegen den russischen Fußballverband (SPIEGEL ONLINE).

In der Fotostrecke: Szenen der Gewalt in Marseille
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Ein irakischstämmiger Brite hat die Straßenschlachten jetzt genutzt, um mit einem ironischen Vergleich die Reaktionen auf islamistischen Terror zu kritisieren:

Hayder al-Khoei entschuldigte sich in dem Tweet für die Gewalt der englischen Hooligans. Schließlich sei er ja auch Engländer – und wolle nicht, dass jemand denke, alle Engländer seien so gewalttätig wie die englischen Hooligans.

Die Distanzierung war natürlich ironisch gemeint. Nein, England besteht nicht aus einem Haufen betrunkener Hooligans.

Muslimen passiert diese Art von Pauschalisierung allerdings immer wieder: Nach jedem islamistischen Terroranschlag fordert irgendwer, dass sich Muslime vom Terror distanzieren sollten. Nach den Anschlägen in Paris beispielsweise twitterten Muslime unter #NotInMyName (mehr hier bei bento).

Diesen Hashtag nutzte nun auch Hayder al-Khoei. Er ist Direktor eines britischen Thinktanks, dem Center for Academic Shi'a Studies.

Die beiden Tweets waren nur der Anfang einer Reihe von Botschaften. Hayder al-Khoei kritisierte nun vor allem auch die Berichterstattung über die Konflikte im Nahen Osten. "Die Tweets sind eine nicht ganz ernst gemeinte Imitation der Berichterstattung westlicher Medien", sagte al-Khoei zu BuzzFeed News.

Schon in einem Gastbeitrag für CNN hatte er argumentiert, dass westliche Medien in ihren Berichten die Konflikte in der Region zu häufig auf den Streit zwischen Sunniten und Schiiten reduzieren würden. Bei Schiiten und Sunniten handelt es sich um zwei Glaubensrichtungen innerhalb des Islams. In einigen islamischen Ländern wird der Unterschied zwischen beiden Seiten politisch instrumentalisiert – oft sind aber neben religiösen auch soziale und ethnische Unterschiede Grund für Konflikte.

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