Nie wieder unangenehme Stille.

Die Feiertage stehen an, und damit für viele auch der Besuch zu Hause – und das Wiedersehen mit Verwandten und alten Bekannten. Das kann ganz schön unangenehm werden. Worüber redet man mit der Tante, die man nur einmal im Jahr am Zweiten Weihnachtsfeiertag sieht? Oder mit dem Ex-Freund, der ausgerechnet auf derselben Silvesterparty eingeladen ist?

Wir haben eine Expertin nach sieben Regeln für guten Small Talk gefragt. 

Die Kommunikationstrainerin Silke Nuthmann hat das Buch "Small Talk für Introvertierte" geschrieben – und uns Tipps für Gespräche gegeben, in denen man nicht mehr weiter weiß. 

Die Situation: Du bist mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt, morgen ist Heiligabend. Das hier ist deine Heimatstadt, überall bekannte Gesichter. Ihr seid beim zweiten Glühwein, als diese alte Schulfreundin vorbeiläuft. Früher habt ihr euch mal gut verstanden, jetzt habt ihr schon eine gefühlte Ewigkeit nichts mehr voneinander gehört. Einfach nur Hallo zueinander sagen, wäre komisch. Zeit für Small Talk. 

"Small Talk hat so etwas wie eine Brückenfunktion in das eigentliche, tiefere Gespräch", sagt Nuthmann. Er hilft, zu entscheiden, ob man länger miteinander reden will – und ob man überhaupt etwas zum Reden hat.

1 Gemeinsamkeiten suchen

 "Man kann sich so ein Gespräch wie eine Zwiebel vorstellen", sagt Nuthmann, "in der äußeren Schale sucht man Themen, die man gemeinsam hat. Hat man die gefunden, arbeitet man sich in die innere Schale vor." Die klassischen Small-Talk-Themen – Bücher, Filme, der letzte Urlaub oder ein Hobby – haben gemeinsam, dass sie eine solche gemeinsame Ebene herstellen.

Mit der alten Freundin auf dem Weihnachtsmarkt dürfte das kein Problem sein. Schließlich kennt ihr euch schon und wisst, dass ihr euch damals immer gegenseitig eure aktuelle Lieblingsband empfohlen habt.

Aber Vorsicht: "Wenn ich weiß, dass sich jemand gar nicht für Fußball interessiert, dann rede ich auch nicht von den aktuellen Bundesliga-Ergebnissen", sagt die Expertin.

Diskussionen vermeiden

Gute Themen lockern die Stimmung – Tabu-Themen provozieren den Anderen zur Abwehr.  Und schnell rutscht man in eine ungewollte Debatte über die Frage, ob die SPD nun in der GroKo bleiben sollte, oder nicht 

"Darum geht es im Small Talk nicht", sagt Nuthmann, "Small Talk bleibt an der Oberfläche". Gespräche über Politik, Religion, Geld oder Sex gehören da nicht hin. Wenn man bemerkt, dass das Gespräch in diese Richtung geht, darf man auch wieder "zurücklenken", zum Beispiel, indem man einen Eindruck aus seiner Situation aufgreift: Hör mal, mein Glühwein ist fast leer, wo gibt es hier eigentlich den besten?

3 Den Anderen mit einbeziehen

Nichts ist schlimmer, als ein ewiger Monolog über deine letzte Backpackingtour im australischen Outback. "Wichtig ist es, dem Anderen einen Anschluss zu geben, auf den er antworten kann", rät Nuthmann. Am einfachsten tut man das, indem man eine Anschlussfrage stellt: Mein Urlaub war echt toll – wo warst du denn eigentlich dieses Jahr? Aber auch, wenn der Andere keine Frage stellt, sollst du von dir erzählen: 

4 Etwas ungefragt beisteuern

Wenn der andere von seinem Urlaub erzählt, erzählst du einfach von deinem. Small Talk lebt davon, dass jeder etwas beiträgt. "In den meisten Gesprächen hat man immer eine Hierarchiebeziehung", sagt die Kommunikationswissenschaftlerin, "entweder zwischen Verkäufer und Käuferin, zwischen Chef und Angestellten, zwischen Dozentin und Student. Beim Small Talk ist das anders: Der findet immer auf Augenhöhe statt."

Es ist doch passiert: Euch sind die Themen ausgegangen. Niemand weiß so recht, was er sagen soll und peinliches Schweigen macht sich breit. Jetzt greift:

5 Nichts ist zu banal

"Manchmal geht es nicht darum, etwas besonders Gehaltvolles zu sagen, sondern darum, dass überhaupt jemand etwas sagt", so Nuthmann. Wenn einer einen blöden Witz rausgehauen hat, ist das Eis wieder gebrochen.

Alles gesagt? Irgendwann will man sich dann doch wieder mit jemand anderem unterhalten. Die Freundin auf dem Weihnachtsmarkt würde das auch nicht übelnehmen, meint die Expertin: Kurze Gespräche sind dort eher üblich als tiefgehende Unterhaltungen.

"Small Talk in flüchtigen Situationen wie auf dem Weihnachtsmarkt, an der Bushaltestelle oder im Supermarkt, ist besonders unverbindlich. Man kann viel leichter aussteigen, als etwa bei einer Weihnachtsfeier, wo man für längere Zeit an seinen Sitznachbar gebunden ist."

6 Nonverbal Aufbruch signalisieren

Wer ein Gespräch beenden will, signalisiert das (unbewusst) meist ziemlich deutlich: Ein Blick zur Seite oder auf die Uhr, eine kurze Gesprächspause. Beim Verabschieden hilft eine sogenannten Aufbruchsfrage: Wer ist eigentlich noch so hier? Oder:

7 Eine Zukunftsperspektive bieten

Wir sollten uns mal wieder auf einen Kaffee treffen – spätestens in einem Jahr.

Die beste Regel ist aber wohl, nicht zu starr nach den Regeln zu gehen. "Am einfachsten läuft das Gespräch schließlich", sagt Nuthmann, "wenn man einfach über das redet, was einen wirklich interessiert."


Retro

Retro-Quiz: Wie gut erinnerst du dich an die legendären Videospiele der 2000er?

Die 2000er waren ein goldenes Zeitalter des Gamings: Auf dem PC explodierte die Grafikleistung und das Internet war inzwischen so weit verbreitet, dass jeder für wenig Geld seine Zeit mit Online-Games verschwenden konnte. Juhuu! 

Okay, manches war enttäuschend (wir schauen dich an, jedes auf einem Kinofilm basierende Game ever). Aber damals neue Konsolen wie die PS2, Wii und Xbox bescherten uns die Geburt vieler bis heute erfolgreicher Spielereihen. GTA schockte deine Eltern in 3D, World of Warcraft fraß deinen Freundeskreis und die Wii verkaufte sich tatsächlich hervorragend an Rentner und Familien. Verrückte Zeiten!  

Aber wie gut erinnerst du dich noch an die Games der 2000er? Egal ob im LAN, Battlenet oder auf der Couch: Beweise hier dein Nerdwissen!