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Und können Mückenstiche eigentlich gefährlich sein?

Sommerabende mit Bier und Snacks im Park oder auf dem Balkon sind großartig. Einziger MinuspunktMücken. Man hört sie summen, sie stechen zu, plötzlich juckt es überall. 

Ist das nur nervig oder können Mückenstiche auch gefährlich sein? Und wenn ja, wovon hängt das ab und was kann man dagegen machen?

Wir haben Martin Metz gefragt, leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Berlin.

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Irgendwie dachten wir früher immer, Leute in unserem Alter hätten das Leben besser im Griff: Finanzen geregelt, Kühlschrank gefüllt. Heute wissen wir: Sachen im Griff haben ist schwerer als gedacht. Also googlen wir unsere Probleme. Die Antworten der Suchmaschine sind nur leider manchmal unbefriedigend. Deshalb klären wir mit Hilfe von echten Experten Fragen, die Google uns vorschlägt, wenn wir bestimmte Begriffe eingeben. Zum Beispiel Plastikflaschen – oder Kopfhörer.

Wann werden Mückenstiche gefährlich?

Bei den Arten, die es in Deutschland gibt, ist man meist selbst Schuld, wenn ein Mückenstich üble Folgen hat. Der Stich an sich ist eher nicht gefährlich. Denn das häufigste Problem, das nach einer Attacke auftritt: Infektionen durch aufgekratzte Mückenstiche. 

Erst das Kratzen sorgt dafür, dass es überhaupt eine Grundlage für eine Infektion gibt. "So gelangen Bakterien in die Wunde und es kommt zu lokalen Entzündungsreaktionen", sagt Metz. 

Also: Die Mückenstiche einfach in Ruhe lassen – auch, wenn es noch so sehr juckt.

Welche unterschiedlichen Mückenarten gibt es überhaupt?

"In Deutschland gibt es mehr als 50 verschiedene Stechmückenarten, weltweit sind es Tausende", sagt Metz. Vor allem Stechmücken und Kriebelmücken sind hier weit verbreitet.

Wie kann man einen Mückenstich behandeln? 

"Wenn man einen normalen Mückenstich hat, dann helfen die bekannten Hausmittelchen", sagt Metz. "Kühlen, Spucke auf den Stich geben, um den Juckreiz zu lindern." Ansonsten gehen die Beschwerden normalerweise von allein zurück. Bei einem aufgekratzten Mückenstich kann ein desinfizierendes Mittel helfen, damit es sich nicht entzündet.

Wann sollte ich mit einem Mückenstich zum Arzt?

Ein Besuch beim Arzt ist erst dann angebracht, wenn es erste Anzeichen für eine Lymphangitis gibt, die Laien gerne "Blutvergiftung" nennen. "Dann hat sich ein Lymphgefäß entzündet und die Bakterien breiten sich in der Lymphbahn aus." Das erkennt man an einer roten Linie, die von der Einstichstelle aus wegwandert. Dagegen können Antibiotika helfen. (Apotheken-Umschau)

Werden manche Menschen tatsächlich häufiger gestochen als andere?

Fast jeder kennt eine Person, die behauptet, sie ziehe Mücken wie magisch an. 

Alles Einbildung? 

"Es gibt definitiv Menschen, die von Mücken öfter gestochen werden als andere", sagt Metz. Ob man zu den Opfern zählt, hängt unter anderem davon ab, wie man riecht, sagt Metz: "Mücken reagieren auf den Duft und suchen sich Personen aus, deren Geruch sie anlockt."

Das ist eine bestimmte Mischung aus Stoffen im Schweiß, Bakterien auf der Haut und der Körpertemperatur. Attraktiv ist beispielsweise, wer gerade Sport getrieben hat und entsprechend verschwitzt ist. Aber auch Kohlendioxid, das man ausatmet, zieht Mücken an. Ein Grund, weshalb Schwangere beliebte Mückenopfer sind – sie atmen Kohlendioxid für zwei aus.  

Fest steht: Wer neben einer Person sitzt, die darüber klagt, dass sie besonders häufig gestochen wird, kann sich entspannt zurücklehnen – die Mücken werden eher sie aufsuchen, als einen selbst. 

Was hilft gegen Mücken? Was kann man machen, damit man gar nicht erst gestochen wird?

Da die Mücken vom Geruch angezogen werden, helfen Maßnahmen, die den Duft übertönen: 

Aber auch lange Kleidung oder Moskitonetze über dem Bett wehren Mücken ab. 

Duftkerzen können gegen Mücken helfen, aber auch Öle. (Bild: Unsplash/ Daiga Ellaby )

Was ist mit Krankheiten, die Mücken möglicherweise übertragen?

Malaria, Zika-Virus, Denguefieber: All diese Krankheiten werden von Mücken übertragen. Im Normalfall besteht das Risiko aber nur im Ausland: "In Asien oder Afrika tragen Mücken häufig diese Erreger in sich und übertragen so Krankheiten", sagt Metz. 

Aber auch nach Europa und Deutschland kommen immer mehr exotische Mückenarten. Sie können Krankheitserreger in sich tragen. Ob das wirklich der Fall ist, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler derzeit. 

Das aktuelle Zwischenfazit des gemeinsamen "Mückenatlas"-Projekts mehrerer Forschungsinstitute: Die Wahrscheinlichkeit, dass infizierte Mücken in Deutschland Menschen stechen und so Krankheiten übertragen, sei "sehr gering – aber nicht gleich Null". (Mückenatlas)

Gibt es auch allergische Reaktionen auf Mückenstiche? 

Da gibt der Experte Entwarnung: 

"Es kommt vor, dass Menschen auf Mückenstiche allergisch reagieren. Aber die Allergie ist anders als bei Bienen- oder Wespenstichen meistens nicht so schwerwiegend."

Oft bemerke man die allergische Reaktion gar nicht, weil Schwellung und Rötung lediglich etwas stärker seien als sonst. "Dass es schwere allergische Reaktionen gibt, kommt extrem selten vor", sagt Metz. 


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