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Klären wir das - ein für alle Mal!

Ob am Strand, im Café oder im Fitness-Studio: Tattoos sind überall. Groß, bunt, oft wie moderne Aquarellmalerei, die den Körper umspielt. Das sieht oft richtig gut aus – aber ist es auch gefährlich? Denn das Gerücht, dass bunte Farben schädlicher für den Körper sind als schwarze, hält sich hartnäckig. Ist wirklich etwas dran? Wir haben Gerd Kautz, Hautarzt und Präsident der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft, gefragt. 

Vorneweg gefragt: Sind Tattoofarben prinzipiell gefährlich für den Körper?

"Die Farben sind nicht grundsätzlich schädlich", sagt Kautz. "Wenn man nur dunkle Farben verwendet und dabei vor allem Kohlenstoffe, dann sind die zugelassenen Farbstoffe an sich kein Problem." Trotzdem stellt der Experte direkt klar, was er von Tattoos hält: "In meinen Augen sind Tätowierungen ein Fehler", sagt er. "Wir Dermatologen arbeiten daran, jede kleine Narbe zu vermeiden. Bei Tätowierungen setzt man sich selbst dem Risiko aus, dass sogar große Narben entstehen." 

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Was ist bei farbigen Tattoos anders – und was kann problematisch sein?

"Bei bunten Farben kann es passieren, dass unbekannte nicht angegebene Pigmente untergemischt sind und das ist sehr schädlich für den Körper", sagt der Arzt. "Das kann natürlich auch bei schwarzer Farbe der Fall sein, aber bei bunten Farben wird es besonders häufig gemacht. Vor allem, wenn die Farben extrem glänzen, sollte man vorsichtig sein." 

Es kann sogar sein, dass Autolacke in die Farben gemixt werden, denn sie halten extrem lang und sind resistent gegen alle Witterungsbedingungen. Außerdem kann es passieren, dass Metallteilchen in den Farben enthalten sind, zum Beispiel Eisenbestandteile in roter Farbe.

„Wer ein Tattoo mit dieser Farbe gestochen bekommt, darf danach nicht mehr ins MRT“
Kautz

"Denn dort können die Eisenstückchen aufplatzen", sagt Kautz.

Werden solche Farben auch in guten Studios verwendet?

All das klingt dramatisch – es gilt aber nur für gepanschte Farben, die in Deutschland nicht zugelassen sind.  "Viele Kunden wissen allerdings nicht, ob ein Studio nur mit zugelassenen Farben arbeitet oder nicht“, sagt Kautz. "Hier gibt es einen sehr großen Graumarkt, den man als Kunde nicht durchblicken kann." 

Um sicherzugehen, sollte man sich als Kunden die Farben zeigen lassen, mit denen der Tätowierer arbeitet, und sich dann darüber informieren, ob diese wirklich zugelassen sind oder nicht. Zugelassene Farben sind übrigens deutlich teurer als gepanschte Varianten – deshalb sollte man bei besonders niedrigen Preisen zweimal hinsehen.

Können auch Tattoos mit guter Farbe negative Folgen haben?

"Bei Tätowierungen werden Fremdkörper in die Haut gebracht, die dort nicht hingehören“, sagt der Dermatologe. "Der Tätowierer sticht kleine Löcher in die Haut, in die Farbpigmente gegeben werden. Im Anschluss versucht der Körper über Jahre, die Farbe abzubauen – er will die Pigmente entfernen.“ 

Egal, ob schwarze oder bunte Farbe: Es kann passieren, dass nach der Tätowierung allergische Reaktionen auftreten, dass sich Ekzeme bilden oder dass Narben entstehen. 

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Diese Risiken kann man reduzieren, wenn man sichergeht, dass man einen guten Tätowierer erwischt, der weiß, was er tut. Allerdings gilt hier: "Bei farbigen Tattoos ist das Allergierisiko höher, außerdem sind sie schwerer mit dem Laser zu entfernen.“ Wer sich ein buntes Tattoo sticht, sollte sich die Entscheidung also besonders gut überlegen.

Wie stellt man sicher, ein gutes Tattoostudio zu finden?

Natürlich sollte man darauf achten, dass das Studio einen guten Ruf hat und bestenfalls viele positive Online-Bewertungen. Dann auch selbst darauf achten: Macht alles einen top-gepflegten Eindruck, ist alles sterilisiert? Und: Wie gut klärt der Tätowierer über Risiken und Vorsichtsmaßnahmen nach der Behandlung auf? Wenn ein Studio seriös ist, warnt es zum Beispiel davor, direkt nach der Tätowierung in die Sonne oder ins Schwimmbad zu gehen. "Die vielen kleinen Löcher in der Haut müssen erst einmal verheilen", sagt Kautz. "Sonst können Bakterien in die Haut gelangen und das kann zu Entzündungen führen." All das sollte ein Tätowierer natürlich wissen – und seine Kunden darauf hinweisen.

Und was passiert, wenn etwas schiefgeht?

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen allergisch reagiert oder wenn sich ein Tattoo entzündet, hilft nur der Gang zum Arzt. "Ich habe häufig Patienten, die mit großen Narben durch eine schlecht gemachte Tätowierung zu mir kommen", sagt Kautz. 

"Wenn Narben oder Entzündungen behandelt werden müssen, müssen Betroffene das selbst bezahlen. Die Krankenkassen übernehmen das nicht.“ Deshalb gilt grundsätzlich: Gründlich das Studio checken und lieber ein bisschen mehr bezahlen – ganz besonders, wenn es bunte Farben sein sollen.

 

 


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