Und wo feierst du?

Viele lieben sie, andere lehnen sie ab, einige haben sogar Angst vor ihnen: Feuerwerk, Raketen und Böller. Für viele gehören sie an Silvester einfach dazu – immerhin verjagen sie ja die bösen Geister aus dem letzten Jahr. Doch in immer mehr Städten sind Böller jetzt verboten. Aus gutem Grund.

Warum werden Böller verboten?

Seien wir ehrlich: Böller können nerven. Vor allem in den Händen von (betrunkenen) Idioten. Es gibt Menschen, die finden es witzig, Böller vor die Füße ihrer Mitmenschen zu werfen, unter Autos, auf vorbeifahrende Autos und Busse. Das ist gefährlich und nicht witzig.

Gerade an zentralen Plätzen, wo viele Menschen aufeinander treffen, wird die Situation oft bedrohlich. Silvester 2017 wurden in Hannover in der Innenstadt zwei Kinder verletzt (Hannoversche Allgemeine), in Salzgitter warfen Jugendliche Knallkörper auf einen Kinderwagen, das Baby musste ins Krankenhaus (regional Salzgitter). In Brandenburg starben zwei Männer durch Knallkörper und auch Angriffe mit Böllern auf Rettungskräfte nahmen im letzten Jahr zu (Handelsblatt).

Zusätzlich belastet der – oft stundenlange – Lärm Menschen und vor allem Tiere. Von der Feinstaubbelastung und dem manchmal tagelang herumliegenden Müll ganz zu schweigen. 

Darum verbieten einige Städte das Böllern – zumindest an bestimmten Plätzen.

In welchen Städten gibt es ein Böllerverbot?

* Bundesweit

Nach dem Sprengstoffgesetz ist es allen Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, erlaubt, am 31. Dezember und 1. Januar Feuerwerkskörper abzubrennen.

Aber: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Seniorenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden darf kein Feuerwerk gezündet werden. Auch an Silvester nicht. (General-Anzeiger)

* Hannover

In Hannover gibt es dieses Jahr erstmals ein Böllerverbot – dafür aber auch ein besonders strenges. Denn der Polizei soll es sogar erlaubt sein, Menschen zu durchsuchen und mitgetragene Feuerwerkskörper zu zerstören. Die Polizei wird dafür am Silvesterabend ab 20 Uhr bis Neujahrsmorgen 3 Uhr am Beginn der Bannzone alle Menschen kontrollieren, die in den Verbotsbereich hinein wollen und ihre mitgebrachten Böller und Raketen vor Ort zerstören. (Hannoversche Allgemeine)

Konkret untersagt sein wird das Zünden von Feuerwerkskörpern unter anderem 

  • auf dem Kröpcke, 
  • dem Platz der Weltausstellung, 
  • in der Georgstraße, 
  • auf dem Opernplatz, 
  • rund um den Hauptbahnhof, 
  • auf dem Raschplatz und 
  • am Steintor.

Lediglich Wunderkerzen und Knallerbsen können mitgebracht werden.

* Düsseldorf

Auch in Düsseldorf sind Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien, also alles, was erst ab dem 28. Dezember verkauft werden darf und damit zu den Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 gehört, in der Altstadt verboten. Auch das Mitführen dieser Gegenstände in der Altstadt ist schon eine Ordnungswidrigkeit. Erlaubt ist alles, was auch vor dem 28. Dezember an über Zwölfjährige verkauft werden darf, also Wunderkerzen, Knallerbsen und Goldregen. 

Das Verbot gilt hier von 20 Uhr am Silvesterabend bis 20 Uhr am Neujahrstag, allerdings nur auf öffentlichem Gelände. (Westdeutsche Zeitung)

* Dortmund

In Dortmund darf im Gebiet um den Hauptbahnhof und an einigen besonders belebten Plätze in der Innenstadt nicht geböllert werden. Details will die Stadt zwischen den Feiertagen bekanntgeben.

* Bremen

In der Hansestadt dürfen auf dem Marktplatz, am Hafen und in einem Umkreis von 1,5 Kilometern rund um den Flughafen keine Böller und Raketen gezündet werden. Wobei es bei dem Verbot auf dem Marktplatz nicht nur um die Sicherheit der Menschen geht, sondern auch um den Schutz des historischen Rathauses. Das Weltkulturerbe ist durch seinen hölzernen Dachstuhl und seine hölzernen Dachbereiche besonders gefährdet. Das Verbot gilt hier schon seit Silvester 2010. (Weser Kurier)

* Göttingen

In der kompletten Göttinger Innenstadt darf am 31. Dezember und am 1. Januar nicht geknallt werden. Auch hier betrifft das Verbot wieder Feuerwerkskörper der Kategorie 2, also Raketen, Böller und Feuerwerksbatterien, die erst ab dem 28. Dezember verkauft werden dürfen. (Göttingen.de)

* Köln

In Köln hatte dieses Jahr ein Bürger versucht, das Böllern aufgrund der hohen Feinstaubbelastung generell verbieten zu lassen. Die Stadt hat sich allerdings dagegen entschieden, es darf weiterhin privat geböllert werden. (General-Anzeiger

Trotzdem gibt es eine Feuerwerk-Verbotszone im Umfeld des Doms, hier dürfen auch keine Feuerwerkskörper mitgeführt werden. (Stadt Köln

* Frankfurt am Main

In Frankfurt am Main wird eine Sicherheitszone eingerichtet, die das nördliche Mainufer und den Eisernen Steg umfasst. In diese Zone werden nur 30 000 Menschen hineingelassen, Taschen und Rucksäcke über drei Liter Fassungsvermögen sind verboten – und Böller und Feuerwerk selbstverständlich auch. (Frankfurter Neue Presse

* Viele weitere Städte mit historischem Stadtkern haben Verbote erlassen

Darunter 

  • Celle
  • Goslar
  • Hameln
  • Hildesheim
  • Lüneburg
  • Quedlingburg
  • Straubing
  • Tübingen und 
  • Wolfenbüttel

* Andere Städte haben Verbote nur an bestimmten Orten und Gebäuden erlassen

  • Bamberg auf dem Bamberger Domplatz 
  • Burghausen an der Burg 
  • Landshut auf Burg Trausnitz 
  • Nürnberg: rund um die Burg 
  • München: am Schloss Nymphenburg
  • Würzburg auf dem Residenzplatz 

* Auch einige deutsche Inseln haben Feuerwerke verboten.

Vor allem, um die dort üblichen Häuser mit Reetdach zu schützen (Hamburger Abendblatt). Darunter fallen

  • Sylt
  • Föhr und 
  • Amrum

Was meinst du?


Grün

Aldi will keine Plastik-Artikel mehr verkaufen – und zwar ab sofort
Welche Artikel gemeint sind – und welche Discounter noch mitmachen.

Der Discounter Aldi will künftig auf Geschirr, Trinkhalme und Einwegbecher aus Plastik zu verzichten. Sie sollen "ab sofort" nicht mehr angeboten werden. 

Weitere "überflüssige" Einweg-Plastikartikel sollen dann nach und nach gegen Artikel aus umweltverträglichen Materialen ersetzt werden. Das gaben Aldi Nord und Aldi Süd am Donnerstag in einer gemeinsam Mitteilung bekannt. 

Aldi zieht mit seinem plötzlichen Plastik-Stopp nach – auch Lidl, Netto und Rewe hatten in den vergangenen Monaten ähnliche Schritte angekündigt.

  • Lidl will in seinen rund 3200 Filialen bis Ende 2019 Einwegplastik-Artikel wie Trinkhalme, Becher, Teller, Besteck und Wattestäbchen mit Plastikschaft komplett auslisten und durch recycelbare Produkte ersetzen. 
  • Rewe plant, bis 2020 sämtliches Plastik-Einweggeschirr aus dem Sortiment zu streichen. Den Verzicht auf Einweg-Plastikhalme hatte der Lebensmittelhändler bereits im Juli angekündigt. 
  • Der zu Edeka gehörende Discounter Netto stellt 2019 ebenfalls bundesweit den Verkauf von Plastikbesteck und Einwegbechern aus Kunststoff ein. 

Warum ist das wichtig?

Plastik braucht mehrere hunderte Jahre, bis es zersetzt ist. Wir wissen das, aber ändern bislang zu wenig, um Kunststoffmüll wirksam zu vermeiden. Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Verpackungen, Folien und Kleinstteilchen im Müll – und damit auch in Flüssen und Ozeanen. Das schadet der Umwelt und Tieren, die den Plastikmüll verschlucken.