Bild: Imago/Polizei Hessen; Montage: bento
Warum du darauf nicht hereinfallen solltest.

Stell dir vor, du bekommst eine E-Mail, die mit den Worten beginnt: 

"Guten Tag, masturbieren ist natürlich normal, aber wenn deine Familie und Freunde davon zeugen, ist es natürlich eine große Schande." 

In Hessen treten immer mehr dieser Fälle von "Sextortion", also sexueller Erpressung, auf. Nutzern wird erzählt, man hätte Videos von ihnen, in denen sie masturbieren. Also soll man zahlen. 

Das Landeskriminalamt warnt jetzt davor, auf diese E-Mails hereinzufallen. 

Was ist passiert?

Das Landeskriminalamt Hessen hat mitgeteilt, dass schon seit einigen Wochen vermehrt Fälle von Sextortion bei ihnen angezeigt werden. Wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich nur erahnen.  

Anscheinend bekommen immer mehr Menschen E-Mails, in denen ihnen gesagt wird, jemand hätte über einen Trojaner Zugriff auf ihren Rechner (und dessen Mikrofon und Kamera) bekommen und sie beim Masturbieren gefilmt. Die Erpresser verlangen 500 Euro in Bitcoins, ansonsten würden sie das Material veröffentlichen.   

So sehen die Mails aus:

(Bild: Landeskriminalamt Hessen)

Bisher konnte die Polizei nicht nachweisen, dass die Rechner tatsächlich gehackt oder infiziert wurden und tatsächliche Videos der Erpressungs-Opfer sind bisher auch nicht aufgetaucht. Die Beamten raten deshalb, den Erpressern nichts zu zahlen, auf die E-Mail nicht zu antworten und stattdessen die Polizei zu verständigen.

Was ist Sextortion?

Sextortion ist, wenn jemand versucht, einen anderen Menschen mit sexuellen Inhalten zu erpressen

Zum Beispiel über illegal beschaffene Bilder, wie in den aktuellen Fällen aus Hessen (wenn es die Bilder überhaupt gibt). Aber auch wenn zum Beispiel ein Ex-Freund oder eine Ex-Freundin versucht, dich mit alten Sexting-Bildern unter Druck zu setzen. 

Dabei kann der Erpresser Geld fordern – oder aber auch weitere sexuelle Bilder oder gar sexuelle Handlungen

Wie kann ich verhindern, dass mir so etwas passiert?

  • Sei misstrauisch: Egal ob es nur ein flüchtige Chat-Bekanntschaft ist oder dein fester Partner oder feste Partnerin. Verschicke keine Nacktbilder oder aufreizende Aufnahmen von dir. Und wenn du deinem Partner unbedingt die Freude machen willst, dann achte zumindest darauf, dass dein Gesicht auf den Bildern nicht zu sehen ist. 
  • Klebe deine Web-Cam ab: Es ist tatsächlich möglich, über einen Virus einen Computer zu hacken und dann Zugriff auf die Web-Cam zu erhalten. Darum rät das LKA Hessen, etwas vor seine Web-Cam zu kleben, wenn man sie gerade nicht benutzt.
  • Halte deinen Rechner sauber: Achte darauf, dass deine Programme auf deinem Computer immer auf dem aktuellsten Stand sind – vor allem dein Virenschutz.

Was kann ich tun, wenn jemand versucht, mich mit Sexbildern zu erpressen?

Die Polizei der Stadt Zürich informiert ausführlich über Sextortion (schaugenau.ch). Sie rät:

  • Nicht auf die Erpressung eingehen: Kein Geld zahlen (in der Regel werden die Bilder trotzdem veröffentlicht und/oder nach der Zahlung noch mehr Geld gefordert), den Kontakt zum Erpresser abbrechen.
  • Wenn dir gedroht wird, dass die Aufnahmen auf einem bestimmten Portal veröffentlicht werden sollen, nimm Kontakt zu den Anbietern dieses Portals auf. Sie können die Veröffentlichung vielleicht verhindern oder schnell rückgängig machen.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei.

Vor allem zu letzterem rät auch das LKA Hessen.


Fühlen

Warum "Tote Mädchen lügen nicht" meine schreckliche Schulzeit besser gemacht hätte
Wir müssen reden. Über Mobbing.

Meine Schulzeit war die Hölle. Die meiste Zeit verbrachte ich damit, Angst vor der Schule zu haben, Angst vor den anderen. Als ich viele Jahre später darüber schrieb, bekam ich noch immer Nachrichten von ehemaligen Mitschülern, was für eine Fotze ich sei, wie scheiße, dumm und hässlich. Niemand hat sich je entschuldigt. Niemand kam je auf die Idee, mich zu fragen, warum ich damals so verzweifelt und wütend war. Ich verdränge diese Zeit – meistens.

Warum gab es "Tote Mädchen lügen nicht" nicht schon zu meiner Schulzeit?

Dann kam "Tote Mädchen lügen nicht". Unverhofft brutal, unerwartet nah. Und da war sie plötzlich wieder: Meine Schulzeit und all die Gefühle.