Bild: Imago / Zuma Press

18 Jahre sitzt er inzwischen im Gefängnis, obwohl viele überzeugt sind, dass er unschuldig ist: Adnan Syed kämpft schon sein halbes Leben gegen die US-Justiz. Bekannt wurde sein Fall, nachdem der US-Podcast "Serial" die bei seinem Verfahren gemachten Fehler aufdeckte. 

Nun ist Syed ein wichtiger Teilerfolg auf dem Weg zur Freiheit gelungen, denn das Verfahren soll neu aufgerollt werden. 

Das meldete sein Anwalt auf Twitter:

Worum geht es in "Serial"?

Der Podcast dokumentiert den Fall von Adnan Syed, der im Jahr 2000 für den Mord an seiner Freundin Hae Min Lee als schuldig verurteilt wurde. Das Urteil: lebenslange Haft, plus 30 weitere Jahre. Die Recherchen der Journalistin und Podcast-Erzählerin Sarah Koenig deckten später jedoch schwere Ermittlungsfehler in Syeds Verfahren auf. Der Podcast wurde weltweit bekannt.

Warum wird der Fall nun neu aufgerollt? 

Der Maryland Court of Special Appeals, das zweithöchste Gericht des Bundesstaates, hat der Beschwerde von Syeds neuem Anwalt recht gegeben. Dieser hatte mithilfe der Journalistin Sarah Koenig beweisen können, dass Syeds ehemalige Anwältin schlecht gearbeitet hatte. 

Im Zuge ihrer Nachforschungen für den Podcast stieß Koenig auf eine Zeugin, die nie angehört worden war, obwohl ihre Aussage Syed entlastet hätte. Die ehemalige Mitschülerin Syeds behauptet, ihn zum Tatzeitpunkt in der Bücherei gesehen zu haben und bestätigt damit seine bisherigen Aussagen. 

Syed hatte seine ehemalige Anwältin während des ersten Verfahrens gebeten, die Schülerin zu befragen und vorzuladen, was sie aber nie getan hat. (NZZ)

Nun soll der Fall komplett neu verhandelt werden, alle Anklagepunkte (neben Mord wird ihm auch Kidnapping und Raubüberfall vorgeworfen) würden dann erneut überprüft. Ein Bezirksgericht hatte das bereits 2016 entschieden, der Staatsanwalt hatte aber Berufung dagegen eingelegt. Die wurde nun abgelehnt.

Möglich wäre aber immer noch, dass das Oberste Gericht des US-Bundesstaates diese Entscheidung für ungültig erklärt. Dann würde Syeds Anwalt erneut für die Durchführung eines gerechten Verfahrens kämpfen müssen.


Fühlen

Diese Frau stillt in der Sport-Umkleide, postet davon ein Foto – und wird dafür gefeiert
So ist das Leben!

Wenn ein Baby Hunger hat, dann hat es sofort Hunger – und kann nicht immer warten, bis seine Mutter einen privaten Platz zum Stillen gefunden hat. Manchmal muss es schnell gehen, so ist das Leben.

Doch immer, wenn Mütter in der Öffentlichkeit stillen, dafür ein Stück ihres Oberkörpers oder der Brust entblößen, finden einige Menschen das irritierend oder verstörend. Das zeigen viele Momentaufnahmen, die Mütter in sozialen Netzwerken teilen – zum Beispiel die Frau, die in einem Londoner Museum ihr Baby stillte und mit Nachdruck gebeten wurde, sofort ihre Brust zu bedecken. (bento)