Es sieht ganz danach aus, als ob dieser 31-Jährige bald Österreichs neuer Kanzler wird.
(Bild: Georg Hochmuth/APA/dpa)

Sebastian Kurz hat mit seiner Partei, der rechtskonservativen ÖVP, die Parlamentswahlen gewonnen (die Ergebnisse bei bento). Als Wahlsieger liegt es an ihm, eine Regierung zu bilden – er selbst ist dann Europas jüngster Regierungschef.

Da darf man doch bestimmt erwarten, dass sich Kurz um die Themen Generationengerechtigkeit, Bildung, Umweltschutz bemüht – junge Themen eben? Aber nein. Sein größtes und im Grunde einziges Thema: Wie kann man Flüchtlinge von Österreich fernhalten? 

Es ging im Wahlkampf der ÖVP nicht um Programme, sondern allein um Kurz. Die Partei warb mit "Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei".

Wer ist dieser Mann, der Ängste schürt und trotzdem für viele junge Menschen eine Hoffnung ist? Sechs Fakten.
1. Den Rekord als jüngster Außenminister hält er bereits.

Mit 24 wurde Kurz Staatssekretär für Integration, mit 27 Außenminister und mit 30 Parteichef. Ein schneller Aufstieg in der Polit-Branche. Zu verdanken hat er das dem ehemaligen ÖVP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger. Der holte Kurz in die Politik und förderte ihn. (news.at

Zunächst machte Kurz vor allem mit einer Aktion auf sich aufmerksam: In einem Geländewagen – getauft auf den Namen "Geilo-Mobil" – ließ er sich durch die Stadt fahren, um Jungwähler für sich zu begeistern. Mit dabei: leicht bekleidete Frauen. (SPIEGEL ONLINE)

2. Seine Eltern nahmen bosnische Flüchtlinge auf.

Seine Mutter, eine Lehrerin, und sein Vater, ein Ingenieur, nahmen Anfang der Neunziger selbst bosnische Flüchtlinge auf. Ein Fakt, der nur schwer dazu passt, dass Kurz so sehr auf Abschottung setzt. 

Zusammen mit seiner Freundin wohnt Kurz übrigens in Wien-Meidling, wo er auch aufgewachsen ist. Ein Stadtteil, in dem viele Kulturen aufeinandertreffen, und der als besonders bodenständig gilt.

3. Seine Freundin hat er vor Kurzem erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sie heißt Susanne und ist seine Jugendliebe – beide sind seit mehr als zehn Jahren ein Paar. Susanne hat Wirtschaftspädagogik studiert und im Finanzministerium gearbeitet. Nun könnte sie Österreichs neue "First Lady" werden. (Kosmo)

4. Er hat sein Studium noch nicht beendet.

Sebastian Kurz absolvierte seine Matura 2004. Danach begann er ein Studium an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien – schloss es aber bis heute nicht ab. Als Staatssekretär hatte er dafür keine Zeit und jetzt wohl erst recht nicht mehr. (Südwest Presse)

5. Beim Thema Integration ist er zum "Prinz Eisenherz" geworden.

Frisch nach Amtsantritt als Außenminister wollte Kurz Österreich noch in ein Einwanderungsland verwandeln. Zu einem bunten Miteinander der Kulturen gebe es "keine Alternative", sagte er ozy.com.

Mittlerweile gibt er sich als integrationspolitischer Hardliner: Die Grenzen dicht, das Burkaverbot her. Das Nachrichtenmagazin "Profil" nennt ihn nun einen "Prinz Eisenherz". (Die Zeit)

6. Kurz kann sich vorstellen, irgendwann politikmüde zu werden.

"Ich habe nicht vor, mein ganzes Leben der Politik zu widmen", sagte er ozy.com. Seine Generation habe keine Jobs mehr auf Lebenszeit, sondern strebe immer nach neuen Möglichkeiten. Also bleibe er so lange Politiker, "wie ich etwas erreichen kann". 


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