Bild: dpa / TT SWEDEN OUT

Schweden hat gewählt, jetzt beginnen die Koalitionsverhandlungen. Und wie es aussieht, werden diese ziemlich schwierig: 

1 Wie sehen die Wahlergebnisse in Schweden aus? 

  • Die Sozialdemokraten holten 28,4 Prozent, das schlechteste Ergebnis seit 100 Jahren.
  • Die "Schwedendemokraten" genannten Rechtsextremen landeten mit 17,6 Prozent auf Platz drei hinter den konservativen Moderaten. 
  • Dieses Ergebnis ist vorläufig, da unter anderem am Montag noch spät abgeschickte Briefwahlstimmen gezählt werden müssen. 


2 Was bedeutet das vorläufige Ergebnis für eine neue Regierung?

Die Verhandlungen werden deshalb so schwierig, weil keiner der traditionellen Blöcke allein regieren kann, bisher aber auch keine Partei ihr traditionelles Lager verlassen will. Es bliebe nur eine Zusammenarbeit mit den für ihre rechtsextremistischen Wurzeln und strenge Einwanderungspolitik kritisierten Schwedendemokraten (SD), die die Parteien erst recht nicht wollen. 

Gleichzeitig haben bislang alle Parteien eine Koalition mit der SD ausgeschlossen. Ob sie bei ihrem Versprechen bleiben, wird sich während der Regierungsbildung in den kommenden Wochen zeigen.

3 Wie lief die Wahl ab?

Etwa 7,5 Millionen Schweden waren stimmberechtigt, die Wahlbeteiligung lag bei 84,4 Prozent. (Valmyngdeten)

Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wurden die schwedischen Wahlen von OSZE-Wahlbeobachtern begleitet. Grund dafür waren Hinweise auf zunehmende Wähler-Manipulation im Netz. (OSZE)

(Bild: dpa)

Der Wahltag an sich verlief relativ ruhig. Vereinzelt berichteten Lokalmedien von Drohungen gegen Politiker der SD, als diese in ihre jeweiligen Wahllokale gingen. Im Fall einer Kandidatin soll die Lage eskaliert sein: Die 35-jährige Emilia Orpana soll laut Medienberichten von jungen Männern als "Rassistin" und "Hure" beschimpft worden sein. Die Männer sollen ihrem Kollegen und ihr außerdem mit dem Tod gedroht haben. ("Svenska Dagbladet" 🇸🇪)

Am Vorabend der Wahl hatte Schwedens amtierender Premierminister, Stefan Löfven, die SD öffentlich als "eine Gruppe Rassisten" bezeichnet. ("New York Times")

4 Wie geht es jetzt weiter?

Die Regierungsbildung wird angesichts der Sitzverteilung vermutlich sehr schwierig – sie könnte sich also lange hinziehen. Welche Partei den Auftrag zur Regierungsbildung bekommt, entscheiden Reichstag und Reichstagspräsident am 24. September. 

Mit Material von dpa 


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