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Bis mindestens Februar wird kontrolliert
Was ist passiert?

Schweden verlängert seine Grenzkontrollen um einen Monat. Sie sollen bis zum 8. Februar andauern und nicht, wie zunächst geplant, nur zehn Tage. Das Land hatte bereits Mitte November stichprobenartig die Pässe von Reisenden aus Deutschland und Dänemark überprüft. Grund dafür waren die hohen Flüchtlingszahlen.

Betroffen sind der Auto- und Zugverkehr über die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden sowie Fährverbindungen zwischen den drei Ländern und der Flugverkehr. Seit Montag sind Verkehrsunternehmen dazu verpflichtet, Passagiere in Zügen, Bussen und Fähren aus Dänemark bei der Einreise nach Schweden zu kontrollieren. Wer keine Papiere vorweisen kann, wird zurückgeschickt. Zusätzlich überwacht die Küstenwache den Seeweg über den Öresund genauer. (SPIEGEL ONLINE)

Die Asylbewerberzahlen waren seit Einführung der Grenzkontrollen im November bereits stark zurückgegangen. Durch die systematischen Kontrollen will die Regierung sie weiter eindämmen. Seit Silvester haben rund 1500 Menschen Asyl in Schweden beantragt. Im vergangenen Jahr waren 160.000 Hilfesuchende nach Schweden gekommen. (Stern)

Was sind die Hintergründe zu Grenzkontrollen im Schengen-Raum?

Eigentlich werden an den Binnengrenzen des Schengen-Raums keine Ausweise mehr überprüft. Stichprobenartige Kontrollen sind aber weiterhin möglich. In Ausnahmefällen können darüber hinaus auch systematische Grenzkontrollen eingeführt werden, sofern diese zeitlich begrenzt bleiben; Voraussetzung dafür ist "eine schwerwiegende Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder inneren Sicherheit". (Schengener Grenzkodex, FAZ II)