Bild: Schulzzug/ Screenshot

Es sind nur noch vier Wochen Zeit bis zur Bundestagswahl. Bislang sehen die Umfragen für Martin Schulz nicht vielversprechend aus. Eine 15-köpfige Gruppe aus Brüssel will das ändern und den Schulzzug wieder zum Rollen bringen. Nein, nicht nur sprichwörtlich, sondern auf den Schienen. 

Ab Dienstag reisen sie durch ganz Deutschland, um für Martin Schulz zu werben. Auf der Facebook-Seite "Schulzzug" laden sie Menschen ein dazuzusteigen. Unter anderem mit diesem nicht ganz ernst gemeinten Video: 

Der Schulzzug fährt los!

In einer Woche ist es soweit: der #Schulzzug fährt los! Alle einsteigen!

Posted by Der Schulzzug on Dienstag, 22. August 2017

Wir haben mit einem der Initiatoren Ingo Wagner, 33, gesprochen. Er arbeitet als Politikreferent bei einem Branchenverband für "Energieeffizienz und erneuerbare Energien". Mit hoher Energie kennt er sich also aus. 

(Bild: szenestreifen.de)
Ist der Schulzzug nicht längst im Stellwerk?

Der Schulzzug hat nie aufgehört zu rollen. Klar, es gab quasi eine Sommerpause. Viele Menschen waren im Urlaub, der Schulz-Hype ist abgeflacht. Aber von unserer Truppe ist niemand enttäuscht von Martin Schulz, wir glauben an ihn und wollen ihn mit unserer Aktion tatkräftig unterstützen.

Wer seid ihr genau?

Wir sind etwa 15 Leute im Alter von 23 bis 33 und wohnen alle in Brüssel. Einige machen gerade ein Praktikum, viele sind bei Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen beschäftigt, andere arbeiten auch bei Abgeordneten im Europäischen Parlament oder in der Kommission. 

Wir denken alle sozialdemokratisch beziehungsweise linksprogressiv, einige von uns sind bei den Jusos Brüssel engagiert, andere nicht mal Parteimitglied. 

Übrigens kommen wir nicht alle aus Deutschland, wir haben auch Österreicher, Schweizer und Niederländer bei uns.

Und was ist mit uns?

Junge Menschen sind im Bundestag schlecht vertreten: Nur eine der 630 Abgeordneten ist unter 30. Das durchschnittliche Alter: fast 50 Jahre. Was ist da los? Und wer kümmert sich um unsere Interessen? bento trifft junge Politiker, um das herauszufinden.

Und die machen dann auch für Martin Schulz Wahlkampf?

Ja, in seiner Zeit als Parlamentspräsident hat er viele Anhänger gefunden – nicht nur aus Deutschland. Deshalb sind wir auch so überzeugt davon, dass er der nächste Kanzler sein sollte. Er denkt durch und durch europäisch und international. 

Er will unter anderem die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen, in dem er zum Beispiel europäische Investitionsfonds und länderübergreifend Initiativen fördern will.

Das sind die lustigsten Schulz-Memes:
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Ist das die richtige Strategie, viele Wähler sehnen sich schließlich nach einem starken Nationalstaat zurück?

Die aktuellen Krisen geben nationalstaatsorientieren Strömungen Vorschub. Sicherlich, es gibt einiges, an dem man arbeiten muss. 

Aber zurück zum starken Nationalstaat ist für uns der falsche Weg. Wenn man zu einem einigen Europa kommen will, darf man nicht aufhören, über das richtige Maß Europa zu diskutieren. 

Im Moment zeigen die Umfragen, dass Angela Merkel weiterhin Kanzlerin bleiben wird.

Merkel steht für viele für Stabilität klar, aber sie sieht nicht, wo es bröckelt. Martin Schulz spricht die Probleme in unserem Land an und will sie anpacken –  mehr Investitionen in die Zukunft statt in die Aufrüstung, bessere Arbeitsverträge auch für junge Leute, mehr Kita-Plätze, bessere Pflege, nur um einige Beispiele aufzuzählen. 

Bei Merkel sehe ich diesen Gestaltungswillen für die Zukunft nicht.

Was habt ihr denn genau vor? 

Unsere Truppe wird erst mit drei Leuten starten und dann kommen immer mehr hinzu. Alle sind eingeladen, in unsere Züge zu steigen. Wir fahren nur mit Regionalzügen durch alle Bundesländer, haben uns dafür freigenommen.

Es gibt eine Nord- und eine Südtour. Beide starten nächste Woche in Brüssel und enden sechs beziehungsweise drei Tage später am Sonntag in Berlin. Wir machen unter anderem Halt in Mannheim und Nürnberg oder in Düsseldorf, Bremen und Hamburg. Den genauen Fahrplan veröffentlichen wir noch auf Facebook, auch falls wir mal einen Zug verpassen, werden wir euch dort darüber informieren. 

(Bild: Schulzzug/ Screenshot)
Wo übernachtet ihr?

Teilweise bei unseren Freunden. Aber die Jusos vor Ort sorgen auch dafür, dass wir irgendwo unterkommen. Schlafsack und Iso haben wir ja eh dabei.

Warum macht ihr das?

Ziel ist es, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. An einigen Orten werden wir die jeweiligen Juso-Gruppen im Wahlkampf unterstützen – bei ihren "Tür zu Tür"-Aktionen, bei einer Fahrradnacht in Leipzig oder an den Info-Ständen. Dabei versuchen wir vor allem auch junge Kandidaten zu unterstützen. 

Bei den Aktionen können Reisende auf nachgemachten Fahrkarten ihre Botschaften an Martin Schulz schreiben. Vor dem Fernsehduell wollen wir ihm sie übergeben. Im Zug selbst werden wir uns auf Social Media konzentrieren und da präsent sein.

Wie erkennt man eure Wahlkampftruppe denn?

Wir lassen T-Shirts bedrucken. Aber der ein oder andere von uns trägt auch, ich nenne es mal zugnahe Verkleidung. Ein bisschen Humor ist uns wichtig.

Bei eurem Video benutzt ihr ein Lied von Jan Böhmermann. Steckt er etwa hinter eurer Aktion? Bei einem bislang so langweiligen Wahlkampf könnte man das ja vermuten.

Wenn Jan Böhmermann mitfahren will, ist er herzlich eingeladen. Das Lied in dieser Version kommt aber von Schulzenbrothers. 

Weiß Martin Schulz von eurem Vorhaben?

Ich denke schon, dass es bis zu ihm vorgedrungen ist. Unser erstes Video hat bereits über 13.000 Aufrufe. Mit der SPD war das nicht offiziell abgesprochen. 

Und was denkst du?

Fühlen

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