Bild: dpa/Michael Reichel
Was ist passiert?

Nach dem Suizid eines minderjährigen Flüchtlings am Freitag in Schmölln geht die Polizei nicht davon aus, dass Anwohner ihn durch Rufe angefeuert haben. "Nach jetzigem Kenntnisstand ist das nicht der Fall", sagte ein Sprecher der Landespolizeidirektion am Montag.

Wer hatte von den Rufen berichtet?

Der Geschäftsführer der Einrichtung, David Hirsch, hatte bento und anderen Medien bestätigt, dass eine seiner Mitarbeiterinnen einen auffordernden Ruf gehört habe. An den genauen Wortlaut habe sie sich nicht erinnern können, den Ruf habe sie jedoch deutlich gehört.

"Diejenigen, die das am Anfang gesagt haben, konnten das in der Zeugenbefragung nicht mehr deutlich verifizieren", sagte nun ein Polizeisprecher. Die Polizei beruft sich außerdem auf Augenzeugen und die Beamten, die bei dem Einsatz dabei waren.

Auch Bodo Ramelow zweifelt.

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat am Montagmorgen angezweifelt, dass der Somalier wirklich von Schaulustigen angefeuert worden ist. Der Vorfall habe möglicherweise eine andere Entwicklung gehabt, sagte Ramelow dem Deutschlandfunk. Ein Nachbar habe demnach den Flüchtling möglicherweise lediglich auffordern wollen, in das ausgebreitete Sprungtuch der Feuerwehr zu springen (Deutschlandfunk).


Wir haben am Sonntag mit dem Bürgermeister von Schmölln, Sven Schrade, über die Situation in der Stadt und seine Sicht auf den Suizid gesprochen.

Im Interview berichtet er auch von einem rassistischen Facebook-Post, der den Suizid gutheißt:

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