Bild: Sven Hoppe / dpa
Was wir bislang über die Schreckensnacht in München wissen.
Was ist passiert?
  • Am Olympia-Einkaufszentrum im Norden Münchens hat es eine Schießerei mit neun Toten gegeben, wie die Polizei mitteilte. Mindestens 16 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.
  • Es sind vor allem junge Menschen unter den Toten, sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Ändra bei einer Pressekonferenz. Sechs Opfer waren demnach im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Alle stammten aus München und Umgebung.
  • Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich der Polizei zufolge um einen 18 Jahre alten Deutsch-Iraner. Er sei nach der Tat geflüchtet und habe Suizid begangen.
  • Die Ermittler gehen davon aus, dass der 18-Jährige alleine handelte.
  • "Es handelt sich um einen klassischen Amoktäter ohne jegliche politische Motivation", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Es sei kein religiöses Motiv erkennbar.
Was wissen wir über den mutmaßlichen Täter?
  • Die Polizei hat am Samstagmorgen eine Wohnung in Maxvorstadt durchsucht, dort wohnte der 18-Jährige den Ermittlern zufolge mit seinen Eltern.
  • Bei dem Einzeltäter soll es sich um einen Schüler handeln, laut Polizeipräsident Hubertus Andrä gibt es keine Anhaltspunkte für ein religiöses Motiv. Man habe keine Bezüge zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gefunden, sagte Andrä. Dafür aber Zeitungsartikel, die sich mit Polizeieinsätzen und Amokläufen beschäftigten. Es sei auch ein Buch gefunden worden „Amok im Kopf – warum Schüler töten“.
  • Der Täter hatte Andrä zufolge eine illegale neun Millimeter Glock als Waffe dabei. Die Seriennummer war ausgefeilt.
  • Im Magazin der Glock befand sich noch Munition, im Rucksack fanden die Ermittler eine größere Anzahl Patronen. Der Tatverdächtige habe rund 300 Schuss dabei gehabt, sagte Andrä.
  • Laut Oberstaatsanwalt Steinkraus-Koch befand sich der 18-Jährige in psychiatrischer Behandlung.
  • Er war demnach nicht polizeilich bekannt.
  • Er war laut Steinkraus-Koch jedoch zweimal als Geschädigter in Erscheinung getreten: Einmal im Zusammenhang mit Körperverletzung und einmal wegen eines Diebstahls.
Was geschah Freitagabend?
  • Am Freitag gibt es einen Aufruf auf Facebook, gepostet vom Profil eines vermeintlichen jungen, hübschen Mädchens. "Kommt heute um 16 Uhr ins Meggi am OEZ, ich spendiere euch was, wenn ihr wollt, aber nicht zu teuer." (SPIEGEL ONLINE)
  • Laut Staatsanwaltschaft gibt es Hinweise darauf, dass der Täter den Facebook-Account hackte, um so Leute in das Fast-Food-Restaurant zu locken. Wer dem Aufruf folgte, begab sich womöglich in eine tödliche Falle.
  • Den Ermittlern zufolge riefen gegen 17.50 Uhr mehrere Zeugen bei der Polizei an und meldeten, im Bereich einer McDonald's-Filiale in der Nähe des Olympia-Einkaufszentrums habe es eine Schießerei gegeben.
  • Aufgrund der Augenzeugen ging die Polizei zunächst von drei bewaffneten Tätern aus.
  • Rund 2300 Einsatzkräfte waren im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte der GSG 9 der Bundespolizei.
  • Münchner boten auf Twitter unter dem Hashtag #offenetür Menschen Unterschlupf, die während des Großeinsatzes noch auf der Straße waren.
In der Slideshow: Bilder aus der Nacht in München
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  • Der Nahverkehr wurde eingestellt, der Hauptbahnhof evakuiert.
  • Es kursierten Meldungen, dass es auch in der Innenstadt in der Nähe des Stachus Schießereien oder sogar eine Geiselnahme gab – das stellte sich jedoch als Fehlalarm heraus.
  • Die Ermittler sprachen erst von einem "Terrorverdacht" und dann von einer "akuten Terrorlage".
  • Gegen 20.30 Uhr fanden die Ermittler jedoch im Rahmen der Fahndung im Olympiapark die Leiche eines 18-Jährigen. Es handele sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter, so die Polizei. Der junge Mann soll sich demnach selbst getötet haben.
Wie ist die Lage jetzt?
  • Die Ermittler arbeiten unter Hochdruck, sie konzentrieren sich auch auf die Frage, woher der 18-Jährige die Tatwaffe und die Munition hatte.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen und versprochen, dass die Tat aufgeklärt wird. "Hinter uns, vor allem hinter den Menschen in München liegen ein Abend und eine Nacht des Schreckens", sagte sie in Berlin.
  • Busse und Bahnen fahren in München wieder.
  • Als Zeichen der Anteilnahme hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet.
  • Am Mittag hat sich die Kanzlerin außerdem mit dem Sicherheitskabinett in Berlin zur Krisenberatung getroffen.
  • Das bayerische Kabinett will ebenfalls am Samstag über Konsequenzen aus dem Anschlag beraten.
In der Slideshow: "Meine Gedanken sind bei Deutschland" – Reaktionen zum Amoklauf in München
"So ein Abend, so eine Nacht sind schwer zu ertragen. Für jeden von uns. Wir trauern mit ganzem Herzen um die Menschen, die niemals zu ihren Familien zurückkehren werden."
"Der mörderische Angriff in München entsetzt mich zutiefst. In Gedanken bin ich bei allen Opfern und bei allen, die um einen geliebten Menschen trauern oder fürchten."
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Tote und Verletzte bei Schießerei in München - Polizei fahndet nach Tätern

Dieser Stand ist von 22.54 Uhr. Wir beobachten die Lage für euch in der Nacht und informieren euch am Morgen über alle Ereignisse.