Bild: Untitled/Saudi Information Ministry/AP/dpa
Endlich!

Es ist ein historischer Tag für Saudi-Arabien: In der Hauptstadt Riad haben zehn Frauen ihren Führerschein abgeholt.

Saudi-Arabien ist das einzige Land, in dem Frauen nicht Autofahren dürfen. Das wird sich ab dem 24. Juni ändern. (bento) Das Vorhaben gilt als Teil einer umfassenden Reform im sehr konservativen Königreich.

Eine der Glücklichen ist Rima Dschudat. 

Auf Twitter präsentiert sie stolz ihren Führerschein.

Auch, wenn sie noch gar nicht fahren darf.

König Salman hatte im vergangenen Herbst die Regierung angewiesen, Regularien zu erarbeiten, nach denen sowohl Männern als auch Frauen die Fahrerlaubnis erteilt werden soll. 

"Tausende Glückwünsche den Töchtern unseres Landes", heißt es in einem auf Twitter geteilten Video, das eine Übergabe der Behörden zeigt.

Den Vertretern der Regierung zufolge sollen die Frauen eine kurze Fahrprüfung und Augentests absolviert haben, bevor sie ihre Fahrerlaubnis bekamen. Sie hätten außerdem schon Führerscheine aus anderen Ländern gehabt, etwa der USA, Großbritannien oder Kanada.

Noch Mitte Mai sind mehrere Frauenrechtsaktivisten festgenommen worden.

Sie hatten für das Recht aufs Autofahren demonstriert. (bento) Noch immer sind vier Frauen in Haft, ebenso fünf Männer. Trotz Aufhebung der Fahrverbots könnten sie vor Gericht kommen.

Frauen werden in Saudi-Arabien noch immer extrem benachteiligt. In letzter Zeit gab es aber ein paar Lockerungen:

  • Am 87. Nationalfeiertag durften Frauen zum ersten Mal ein Stadion besuchen. In einem separaten Bereich. (SPIEGEL ONLINE)
  • Seit vergangenem Jahr dürfen Mädchen am Sportunterricht in staatlichen Schulen teilnehmen.

Und: Für Frauen ist es noch immer nicht leicht, an den Führerschein zu kommen. 

Im Gegensatz zu Männern.

Wenn sie schon als Beifahrerin im Auto saßen, müssen sie 30 Fahrstunden nachweisen. War das nicht der Fall, werden 90 Fahrstunden fällig. 

Außerdem sind die Fahrstunden sehr teuer. Eine Stunde kostet um die 1500 Euro. (bento) Männer hingegen zahlen nur etwa 80 Euro. Deswegen organisieren Frauen über Twitter Gratis-Fahrstunden und helfen sich damit gegenseitig.


Mit Material von dpa


Today

Weißt du, zu welchem Arzt du musst?
Ab zum Endogynäkourologen!

Allein für das Medizinstudium müssen angehende Ärztinnen und Ärzte mindestens 6 Jahre einplanen. Haben sie ihr Examen geschafft, geht es in die Facharzt-Ausbildung – und für die muss man, je nach Fachgebiet, noch einmal fünf bis acht Jahre ackern.

Zur Belohnung bekommen sie nach dieser Ausbildung dann aber einen Facharzt-Titel. Die komplizierten Bezeichnungen weisen sie dann als Spezialisten auf einem bestimmten Gebiet aus.