Bild: Saturday Night Live

Der US-Präsident Donald Trump ist für frauenverachtende Sprüche bekannt, unter anderem dem, wir er Frauen "an die Pussy" grabschen würde, und beschränkt – seit er im Amt ist – immer wieder Frauenrechte. Unter anderem mit einem Gesetz für weniger Selbstbestimmung bei Abtreibungen oder einer heimlichen Neudefinition dessen, was als häusliche Gewalt gilt.

Donald Trumps Politik dürfte einer der Gründe sein, warum im aktuellen US-Kongress so viele Frauen wie noch nie zuvor sitzen.

Insgesamt 102 Frauen sind es – zwar immer noch nur ein Viertel aller Abgeordneten, aber dennoch mehr als in den bisherigen Legislaturperioden. Darunter sind offen lesbische Politikerinnen, die ersten indigenen Abgeordneten, die ersten Frauen, die Kopftuch tragen. (bento)

Erst kürzlich haben sie bei Trumps Rede zur Lage der Nation gezeigt, dass sie sich ihren Platz im US-Kongress erobert haben – und nicht wieder hergeben wollen. Mit einem subtilen Outfit – alle trugen weiß wie einst die Suffrageten – machten sie auf die Wichtigkeit von Frauenrechten aufmerksam.

Die Suffrageten waren Frauenrechtlerinnen, die Anfang des 20. Jahrhundertes für ein allgemeines Wahlrecht demonstriert hatten. Bis dahin durften in Großbritannien und den USA nur Männer wählen. 

Die Comedyshow "Saturday Night Live" hat die Politikerinnen in weiß nun mit einem besonderen Sketch gewürdigt – und sie zu Action-Heldinnen gemacht.

"Saturday Night Live" war früher für albernen Slapstick bekannt, seit Donald Trump im Amt ist, wird das Format jedoch deutlich politischer. Der Schauspieler Alec Baldwin schlüpft regelmäßig in die Rolle des US-Präsidenten, spielt ihn als dümmlichen Tumbling. Andere Schauspieler und Komiker von Matt Damon über Ben Stiller bis hin zu Kate McKinnon übernehmen ebenfalls Rollen aus dem Weißen Haus.

Nun treten eine ganze Reihe von Schauspielerinnen an, um die neuen Politikerinnen zu mimen. Der Clip wirkt wie ein Intro zu einer Actionserie aus den Siebzigern, wie ein A-Team für Abgeordnete. "Sie mögen weiß tragen, aber sie sind nicht alle weiß", ruft die Stimme aus dem Off – dazu kickboxen sich die Politikerinnen Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Maxine Waters durchs Bild.

Allerdings geht es nicht nur um Politik. Sondern um Dinge, die jede Frau immer noch erfahren muss: Geringschätzung, fehlende Gleichbehandlung im Job, schwierige Aufstiegschancen. "Am Anfang waren sie Frauen", sagt die Stimme, "dann waren sie Frauen, die die Schnauze voll hatten". Und dann eben Frauen, die die Dinge selbst in die Hand nehmen.

Hier kannst du den "Saturday Night Live"-Clip mit den "Congress Women" sehen:


Fühlen

Ich hasse Telefonieren - stimmt etwas nicht mit mir?
Ruf! Mich! Nicht! An!

Das Telefon klingelt. Ich starre es an und spüre, wie mein Puls schneller wird. Die Nummer auf dem Display kenne ich nicht. Tausend Gedanken schießen mir durch den Kopf und statt den Anruf einfach anzunehmen, überlege ich erst einmal, ob ich überhaupt rangehen soll. Ich entscheide mich schließlich dafür, den Anruf doch noch anzunehmen. Telefonumfrage, na toll. 

Telefonieren ist eine Qual für mich.

Es ist einfach nicht mein Ding, das bescheinigt mir auch mein Handy. Instagram – acht Stunden und acht Minuten, Twitter – sieben Stunden und vier Minuten, Facebook – vier Stunden und 14 Minuten. Ich scrolle mich durch die Angaben zur wöchentlichen Bildschirmzeit. Ich scrolle weiter. Und weiter. Auf Platz 21 finde ich schließlich die Angabe zu meinen Telefonaten. Ganze sechs Minuten habe ich vergangene Woche telefoniert. 

Irgendwie schon zu viel, denke ich mir.

Müsste ich zwischen Glasscherben, über die ich barfuß laufen muss, und einem Telefonat wählen, würde ich mich wahrscheinlich für die Glasscherben entscheiden – jedes Telefonat, das nicht stattfindet, ist ein gutes Telefonat.

Wenn ich die Möglichkeit habe, per Nachricht, Mail oder auch Sprachnachricht mit anderen zu kommunizieren, nutze ich sie gern. Keine unangenehme Stille, kein "Guten Tag, hier ist, äh ...", kein "Und sonst so?", wenn mir die Themen ausgehen. 

Als ich acht Jahre alt war, hatte sich mein Papa sein erstes Handy gekauft und ich klingelte damals die gesamte Kontaktliste durch. Ein Anruf war aufregender als der andere. Und heute: Herzklopfen, wenn das Handy klingelt. Die Hoffnung, dass das Gegenüber nicht abnimmt, wenn ich anrufe. Die einzige Ausnahme: Mama und Papa. Die müssen schließlich wissen, dass ich noch lebe. 

Schon irgendwie paradox, schließlich ist mein Handy mein ständiger Begleiter. Ich beantworte jeden Tag unzählige Nachrichten und Mails ohne Probleme. Aber Telefonieren? Bitte nicht.

Dabei habe ich sonst kein Problem, mit Menschen zu sprechen. 

Ich bin 23 und hasse es, zu telefonieren. Stimmt etwas nicht mit mir?

Nein, sagt Professor Dr. Joachim Höflich, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt. Früher habe man sich eher darauf besonnen, dass telefonieren Geld kostet, dass man sich immer kurz halten muss. "Dabei hatte man immer im Hinterkopf: Wenn ich schon telefoniere, dann muss ich auch etwas Wichtiges zu sagen haben. In den Anfangsjahren war das Telefonieren eine große Entdeckung, mittlerweile kann ich aus jeder Ecke ein Telefonat führen."

Durch die endlos langen Kontaktlisten und die ständige Erreichbarkeit sei man irgendwann einfach überfordert. Die Reduktion könnte also sowas wie "eine normale Zurückführung in einen ruhigeren Zustand" sein. 

Aber: