Bild: Robert Schlesinger/dpa
Zwei Fragen, zwei Antworten

Wer in deutschen Innenstädten einen Parkplatz findet, der nichts kostet, hat schon einmal Glück gehabt. Dafür wird meistens eine Parkscheibe verlangt, um zu sehen, wann der Fahrer wieder an seinem Auto sein wird. Wer sie vergisst, bekommt einen Strafzettel – fair enough. In Sankt Augustin hat eine Frau nun aber ein Knöllchen bekommen, obwohl sie eine Parkscheibe hatte – nur wegen der Farbe.

Was war da los?

Obwohl die Parkscheibe gut sichtbar hinter der Frontschutzscheibe lag und die Parkdauer nicht überschritten war, bekam die Frau eine Strafe. Der Grund: Ihre Parkscheibe war nicht blau, wie die meisten, sondern in einem schrillen Pinkton gefärbt.

Auf Facebook postete sie ein Bild von ihrer Parkscheibe inklusive dem Knöllchen. Dazu schrieb sie: "Mir fehlen die Worte. Die dürfen gelb benutzen, aber ich kein pink? Lächerlich." 

War das rechtens, dass die Frau trotz Parkscheibe ein Knöllchen bekommen hat?

Komischerweise ja. Das Knöllchen hat die Frau nicht trotz, sondern gerade wegen der Parkscheibe erhalten. Auf dem Strafzettel ist vermerkt, dass die pinke Parkscheibe unzulässig sei. Und das ist vollkommen richtig. Wie der ADAC erklärt, muss eine Parkscheibe nämlich genormt sein. Das heißt: 15 Zentimeter hoch, elf Zentimeter breit und vor allem: Blau weiß. Die einzig zulässige Alternative ist eine elektronische Parkscheibe. Die sind seit 2005 in Deutschland erlaubt. Alles andere führt zu einer Strafe von Zehn Euro. Zwar liegt es im Ermessen des Kontrolleurs, ein Auge zuzudrücken. Verpflichtet ist er dazu aber natürlich nicht.


Gerechtigkeit

Eine Frau dreht einen Film gegen sexuelle Belästigung – und wird live belästigt
q.e.d.

Die Szene hätte auch geplant in einem Werbespot auftauchen können, der vor sexueller Belästigung warnt. Sie passierte aber zufällig und untersteicht, wie groß das Problem wirklich ist. Die britische Unternehmerin Jillian Kowalchuk stand in London für einen Werbespot für ihre App "Safe & the City" vor der Kamera. 

Als sie gerade von einer Partnerschaft mit der Londoner Polizei spricht, kommt ein fremder Mann ins Bild. 

Er ist aufdringlich, unterbricht Kowalchuk mit den Worten "Oh, very nice". Dann nimmt er sie ungefragt in den Arm und posiert mit ihr für die Kamera. 

Die Unternehmerin bleibt freundlich und versucht, die Situation zu entschärfen. Sie bittet den Mann, "downloadet Safe & the City" in die Kamera zu sagen. Er lallt: "Safe & the City. Und du bist wunderschön." Dann küsst er Kowalchuk auf die Wange. Sie überspielt die Situation mit nervösem Lachen und geht auf Abstand, bedankt sich dabei aber noch bei dem Schwerenöter. 

Eine Stimme, die offenbar der Kamerafrau gehört, kommentiert: "Da haben wir's."