Bild: bento
Davon sind nicht alle begeistert.

Der Protestrave ist gerade zu Ende. Über 20.000 Menschen waren bei dem stundenlangen Protestzug durch ganz Hamburg getanzt. Alle sind noch erfüllt von dem dem Glücksgefühl, das diese friedliche Party-Demo bei ihnen ausgelöst hat. Die Musik ebbt langsam ab, die Veranstalter verabschieden sich, die Menschen stehen oder sitzen irgendwo zwischen Gänsemarkt und Feldstraße auf der Straße. 

Im Gängeviertel holt man sich noch ein Bier. Zum Schlafengehen zu aufgedreht weiß man nicht, wo hin mit sich. Bis jemand aufgeregt ruft: "Beginner spielen vor der Laeiszhalle!". Dann geht alles schnell, die Leute rappeln sich auf und strömen über den Sievekingsplatz. 

Kurz vor den Messehallen dann hört man Samy Deluxe. Der Rapper steht auf einem Musikwagen, die zuvor den Protest-Rave gegen G20 mit Technomusik versorgt hatten. Neben ihm die Hamburger Hip-Hop-Bahn "Die Beginner". Und Samy fängt an zu rappen: 

Ich will kein Stress, bin Pazifist, will nur, dass Trump sich schnell aus unserer Stadt verpisst
Samy Deluxe

Die Leute jubeln: Samy Deluxe, einer der bekanntesten Hamburger Rapper, spricht sich gegen G20 in seiner Stadt aus. Was ein Abschluss dieser zauberhaft schönen Protestdemo. Doch weiter im Text bezeichnet er Donald Trump als Nazi, der ihm den Hitlergruß gezeigt haben soll. Und Samy rapt: "Ich hackte ihm seinen rechten Arm ab". Der Jubel wird leiser, merkbar verstört von dem Gewaltaufruf, der so gar nicht zur Stimmung dieses Abends passt:

Nach dem Rap hakt auch noch die Technik, der Beat will nicht so richtig aus den Boxen. Und Samy verhaspelt sich. Macht er Werbung für sein Restaurant "Gefundenes Fressen", das "übrigens direkt da drüben steht". Das kommt nicht so gut an bei den Kapitalismuskritikern – in dem Edelgrill kostet der Vorspeisen-Salat schon 8,50 Euro.

Promt schlägt ihm auch ein Sprechchor entgegen. "A-Anti-Antikapitalista" skandieren die Demonstranten laut. "Was ruft ihr da?", fragt Samy als Antwort. "Ich hör nur "Barista". Mögt ihr Kaffee?" – Kommt auch nicht gut an. Und man fragt sich kurz: Rapper und linke G20-Gegner – ob das so eine gute Idee war?

Doch dann funktionieren die Boxen endlich und Samy kann zusammen mit den Beginnern doch noch einen Song zum besten geben. Damit versöhnt er sogar die Antikapitalisten. 

Als es nochmal zwei schwarz gekleidete Demonstranten lauthals mit "BRD Bullenstaat" versuchen, steigt niemand mit ein. "Man seid ihr langweilig", beschweren sie sich – und ziehen ab. Dieser Abend, da ist sich die Mehrheit einig, soll nicht durch Krawall zerstört werden.

Lange geht die Show jedoch nicht – weil es für die vier Musiker nur ein Mikro gebe, heißt es. Und überhaupt, die Veranstaltung muss jetzt auch aufhören, sie ist schon eine Stunde hinter dem Zeitplan. Zum ersten Mal am Abend sieht man jetzt auch Scharen behelmter Polizisten, die sich bis dahin im Hintergrund gehalten hatten. Die Masse löst sich auf – es ist Zeit, nach Hause zu gehen.


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