Bild: dpa
Und was die Flüchtlingsdebatte damit zu tun hat

Sahra Wagenknecht ist beim Parteitag der Linken in Magdeburg von Aktivisten attackiert worden. Sie warfen ihr eine Torte ins Gesicht, während Parteichef Bernd Riexinger eine Rede hielt.

Wagenknechts Partei-Kollegen Dietmar Bartsch und Katja Kipping hielten danach einen Pullover vor das Gesicht voller Kuchen, damit die TV-Teams es nicht filmen konnten. Bartsch nannte die Attacke "asozial", "hinterhältig" und "dumm". (Berliner Morgenpost)

Wer steckt hinter dem Angriff?

Bekannt hat sich die Gruppe "antifaschistische Initiative Torten für Menschenfeinde" – eine Bezeichnung, die auf Mitglieder der antifaschistischen Szene hinweist. Ihre Mitglieder zogen nach dem Angriff johlend durch die Reihen der Messehalle und verteilten Flugblätter im Tagungssaal, wie SPIEGEL ONLINE berichtet.

Darauf steht: "Ebenso wie die Vertreter der AfD ist Wagenknecht stets darum bemüht, den Volkszorn in politische Forderungen zu übersetzen." Und später heißt es: "Ihre auf Flüchtlinge gemünzten Aussagen über 'Kapazitätsgrenzen und Grenzen der Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung' und ihre bundesweit bekannt gewordenen Rede zum 'Gastrecht', sind nur die Spitze des Eisberges."

Die Polizei nahm die Tortenwerfer mit aufs Revier, um ihre genaue Identität festzustellen.

Auf was beziehen sich die Tortenwerfer?

Nach den Übergriffen an Silvester in Köln hatte Wagenknecht gesagt: "Wer sein Gastrecht missbraucht, der hat sein Gastrecht eben auch verwirkt." Die Linksfraktion im Bundestag kritisierten die Aussagen ihrer Vorsitzenden damals.

Ihre Aussage klang für viele nach dem Sprech der AfD. Diese lobte Wagenknecht auch prompt: "Frau Wagenknecht hat die Situation sehr schön auf den Punkt gebracht", sagte AfD-Vize Alexander Gauland. "Wer freiwillig zu uns kommt, hat sich wie ein Gast zu benehmen. Möchte oder kann er das nicht, indem er gewalttätig und respektlos seinen Gastgebern gegenübertritt, dann muss er sofort Deutschland verlassen." (tagesspiegel.de)

Später betonte Wagenknecht dann noch, "dass es in Deutschland Kapazitätsgrenzen" für die Aufnahme von Flüchtlingen gebe, und sorgte damit erneut für Diskussionen. (süddeutsche.de)

(Bild: dpa)
Wie reagiert die Partei auf die Anschuldigungen?

Nach dem Tortenwurf betonte Bartsch, Wagenknecht stehe "wie wir alle gegen die Verstümmelung des Asylrechts. Wir weisen die Anschuldigungen der Täter gegen sie entschlossen zurück."

Im März wurde auch AfD-Politikerin Beatrix von Storch mit einer Torte beworfen. Wer hinter dieser Aktion steckte, erklären wir hier:


Trip

Warum in Berlin alle so wütend sind
bento-Kolumnist Max erklärt uns die Berliner Schnauze

Die Bauern haben die Bundesliga gewonnen. Wahnsinn. Ich kann mich dazu nicht äußern, wir in der Hauptstadt haben Hertha. Hertha ist wie ein Sohn, der Kevin heißt: zum Scheitern verurteilt.

Wut im Bauch, ist so eine Floskel, die ich hasse. Meine Wut sitzt nicht im Bauch, sondern im Kopf, in den Augen, in meinen Atemwegen. Wut verdaut man nicht, man schnauft sie raus.