Bild: Getty Images
Niemand hat die Absicht, die "nicht-standardisierte sexuelle Orientierung des russischen Präsidenten" anzudeuten.

Russland hat ein Foto seines Präsidenten Wladimir Putin auf die offizielle Liste "extremistischer Materialien" gesetzt (hier ist die Liste auf Russisch). Es im Land zu zeigen, ist damit ab sofort verboten. Um welches Bild es sich handelt? 

Wahrscheinlich um das hier:  

(Bild: dpa/Florian Schuh)
Wahrscheinlich? Warum nur wahrscheinlich?

Weil das Bild in der Liste nicht gezeigt wird. Dort steht unter Objekt 4071 nur, verboten sei ein Foto einer Putin-ähnlichen Person "mit Make-up an Augen und Lippen". Es handele sich um ein Bild, dass "die vermeintlich nicht-standardisierte sexuelle Orientierung des russischen Präsidenten" andeute. (Washington Post)

Die "Moscow Times" zeigt hier noch mal zur Veranschaulichung, was verboten ist:

Die Nachrichtenseite "Gordonua" denkt, es ist vielleicht auch dieses hier mit dem Ministerpräsidenten Medwedew:

Was soll das alles?

In Russland gilt seit 2013 ein Gesetz, das "schwule Propaganda" unter Strafe stellt. Damit sollen Minderjährige vor "nicht-traditionellen Sexbeziehungen" geschützt werden. Als Protest gegen dieses Gesetz entstand das Foto, das Putin als geschminkten Mann zeigt. 

Auf Demonstrationen – vor allem in westlichen Ländern – ist es seitdem oft zu sehen. Aber auch in Russland taucht es immer wieder auf. Erst vergangene Woche war es in vielen russischen Städten erstmals seit Jahren zu Massendemonstrationen gegen Korruption in der Regierung gekommen:

Putin selbst sei über das Bild übrigens nicht erbost, sagte ein Regierungssprecher der russischen Agentur Tass. Als Mensch treffe ihn so etwas vielleicht, aber als Präsident könne er alle Beleidigungen ab. 


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