Bild: dpa/Roland Weihrauch

Was ist los bei Rossmann? In einem Facebook-Posting wirft eine Kundin der Drogerie-Kette "menschenverachtendes und diskriminierendes" Verhalten vor. Rossmann antwortet  – mit einer neuen diskriminierenden Aussage. 

Was ist passiert?

Bei Facebook beschreibt eine Rossmann-Kundin, was sie bei einem Einkauf in Berlin erlebt hat: Eine andere Kundin mit offenbar asiatischen Wurzeln habe vor ihr an der Kasse Babynahrung kaufen wollen. Mit einigen Coupons habe sie versucht, Geld zu sparen. Diese Coupons liegen in den Regalen aus. 

Die Kassiererin habe der Kundin aber "laut und aggressiv" zu verstehen gegeben, dass die Coupons nicht zu dem Produkt gehören würden. Nachdem der Kundin genervt die richtige Verpackung gegeben wurde, soll die Kassiererin einer Kollegin noch gesagt haben, dass sie sich "das Gesicht merken solle, die komme bestimmt wieder". 

Ein solcher Kundenkontakt sei "ungeheuerlich", vor allem in einem Stadtteil mit einem hohen "Ausländer-Anteil".

Den vollständigen Beitrag kannst du hier nachlesen:

Ich bin vor ca.einer Stunde Zeuge einer Begebenheit in Ihrer Filiale bei Kaufland am Bahnhof Gesundbrunnen in Berlin...

Posted by Martina Schröder on Freitag, 16. Juni 2017
Anstelle einer Entschuldigung folgt bei Facebook die Antwort des Social-Media-Teams von Rossmann:
Worum geht es?

Wir haben bei Rossmann nachgefragt, was das Unternehmen über den Vorfall weiß. Anstatt auf das Verhalten der Kassiererin einzugehen, antwortet ein Sprecher ebenfalls mit einer Erklärung zur Babynahrung. 

Das Thema Milchnahrung begleite das Unternehmen bereits seit 2013, wie ein Sprecher gegenüber bento erklärt. Es komme bei einigen Marken immer wieder zu Engpässen. Das wiederum führe zu Besorgnis bei Kunden, die ihre Kinder an diese Marken gewöhnt hätten. Deshalb sei die Abgabe auf drei Packungen pro Kunde am Tag beschränkt. 

Was steckt dahinter?

Vor einigen Jahren tauchte in chinesischen Großstädten wie Peking und Shanghai gepanschtes Milchpulver auf. Seitdem stehen chinesische Kunden dem eigenen Milchpulver kritisch gegenüber – und kaufen die Ware im Ausland. 

Die Nahrung werde häufig von chinesischen Studenten, die in Deutschland leben per Post nach China an Zwischenhändler verschickt. Das führt dazu, dass Supermärkte oder Drogerien mit ihren Warenlieferungen nicht auskommen und Regale zeitweise leer stehen. (Süddeutsche Zeitung)

Sind also laut Rossmann alle Kunden mit asiatischen Wurzeln automatisch Chinesen, die die Milchnahrungsregale leer kaufen wollen?

Auf die Anfrage, ob es sich bei der pauschalen Verurteilung der Kundin um Rassismus handle, gibt das Unternehmen keine Antwort. Es könne aber im Einzelfall zu "Missverständnissen" kommen, räumt die Drogeriekette ein, und "der freundliche und zuvorkommende Umgang" mit Kunden läge dem Unternehmen "sehr am Herzen".

In den Kommentaren unter dem Facebook-Beitrag werfen einige Nutzer der Drogeriekette "menschenverachtendes und diskriminierendes Verhalten" vor. Einige schildern eigene Erfahrungen, die sie aufgrund ihres Migrationshintergrundes gemacht hätten. 

(Bild: Screenshot Facebook)
(Bild: Screenshot Facebook)
(Bild: Screenshot Facebook)
Mittlerweile hat sich das das Social-Media-Team bei Facebook für die Reaktion auf das Posting entschuldigt. Sie seien mit der Filiale wegen des Vorfalls in Kontakt. 
(Bild: Screenshot Facebook)

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