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Klären wir das – ein für alle Mal

Es gibt da dieses eine Shirt, mein schwarz-weiß-gestreiftes, das mich jedes Mal wieder mit den ganz großen Fragen des Lebens konfrontiert: Wie gut kann man buntes und weißes trennen? Sollte man es wirklich versuchen? Und wenn ja, wo kommt das Streifenshirt dann hin? Zur Buntwäsche – womit ich riskiere, dass sich die weißen Streifen verfärben? 

Oder packe ich es zur Weißwäsche – und am Ende ist möglicherweise alles hellgrau? Meistens führt meine Unsicherheit dazu, dass das Shirt wochenlang in der Wäschetruhe liegt. Aber das kann ja nicht die Lösung sein.

Also haben wir Marko Wischnowski vom Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen und Dr. Bernd Glassl, Bereichsleiter im Industrieverband Körperpflege und Waschmittel, alle Fragen rund ums Waschen gestellt.

Wie genau müssen wir uns an Angaben auf dem Etikett halten?

"Wenn bei einem Kleidungsstück 30 Grad empfohlen werden, sollten wir uns im Normalfall daran halten", sagt Glassl. Auf Etiketten ist immer die höchstmögliche Temperatur angegeben, mit der Dinge gewaschen werden dürfen. "Hersteller richten sich dabei nach dem empfindlichsten Bestandteil des Kleidungsstücks. Ein weißes Baumwollhemd könnte man theoretisch sogar kochen, aber vielleicht ist ein Garn verarbeitet, das sich bei hoher Temperatur verzieht." Wenn wir dann heißer waschen als empfohlen, verliert das Hemd vermutlich die Form.

Ist es gesünder, nackt zu schlafen? Darf man Spinat aufwärmen? Und wie oft sollte man sein Bett frisch beziehen? Alle Folgen der Reihe "Klären wir das - ein für alle Mal" gibt es hier:
Wie wichtig ist die Temperatur, damit die Wäsche sauber wird?

"Über eine hohe Temperatur erzielt man einen besseren Hygieneeffekt“, sagt der Experte. "Nicht für jede Wäsche reicht 40 Grad, besonders Küchenwäsche oder Waschlappen sollten bei 60 Grad gewaschen werden." Was auch wichtig ist: Haben wir eine eigene Waschmaschine oder teilen wir uns eine mit den Nachbarn? Oder mit dem ganzen Viertel, weil wir in den Waschsalon gehen? "Bei Gemeinschaftswaschmaschinen sollte man zuerst am besten mit 60 Grad waschen, damit man Verschleppungen vermeidet. Zum Beispiel kann Fußpilz über Socken übertragen werden, das vermeidet man mit einer höheren Temperatur.“ Auch wenn jemand aus der WG oder der Familie krank ist, sind 60 Grad angebracht.

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fuehlen@bento.de.

Außerdem halten wir unsere Maschine sauber, wenn wir einmal im Monat ein 60-Grad-Programm laufen lassen. "Dabei sollte man ein Voll- oder Universalmittel als Pulver oder Granulat verwenden. Denn nur das enthält Bleichmittel, die wichtig für die Reinigung der Maschine sind.“

Wie groß ist die Gefahr, dass etwas abfärbt?

Ob ein Kleidungsstück die ganze Wäsche versauen kann, hängt vor allem von der Färbetechnik ab.

Besonders stark kann zum Beispiel Jeans abfärben, da Jeansstoffe klassisch mit dem Indigofarbstoff gefärbt werden
Wischnowski

Dieser natürliche Farbstoff lagert sich nur auf der Oberfläche des Garns ab. "Bei neuen Jeans kann daher ein sehr starkes Abfärben im ersten Waschgang erfolgen.“ Anders ist es bei Chemiefasern wie Polyester. "Hier werden die Farbpigmente direkt in die Fasern eingebunden und können nicht abfärben.“ Das Risiko ist also minimiert.

Wie genau sollten wir nach Farben trennen?

Und wenn wir nicht wissen, welche Technik genutzt wurde? "Generell gilt natürlich die Faustregel, dunkle Kleidung nur mit dunkler Kleidung zu waschen“, sagt Wischnowski. „Je höher der Chemiefaseranteil in einem Textil und je weniger Druck auf dem Textil aufgebracht sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Abfärbung kommt.“ Trotzdem ist eine Wäsche für alles keine gute Idee: Schwarze und weiße Kleidung sollten wir in jedem Fall separat waschen. Wenn wir nicht in einem Riesen-Haushalt leben, bleibt dann meistens noch eine Wäsche für alle Abstufungen dazwischen.

 

Und was ist mit dem gestreiften T-Shirt?

"Schwarz-weiß gestreifte Kleidungsstücke sind eigentlich nicht fürs Waschen konzipiert“, sagt Glassl. Aber Nichtwaschen ist auch keine Lösung. Was also tun? "Am besten gibt man sie zur dunklen Wäsche. Dann werden vielleicht die weißen Streifen grauer, aber in der weißen Wäsche kann es passieren, dass alle Stücke darunter leiden.

Woran liegt es, wenn Wäsche muffig riecht?

Frisch gewaschen und trotzdem mag man die Sachen nicht anziehen. Was haben wir falsch gemacht? "Es kann sein, dass zu wenig Wasser an die Wäsche gekommen ist oder zu wenig Waschmittel verwendet wurde“, sagt Glassl. Dann kann ein extra Spülgang helfen. Wichtig ist es, die Wäsche spätestens nach 15 Minuten aus der Maschine zu nehmen, weil sich sonst Bakterien bilden können – und auch das riecht man.  

Weiße Anführungszeichen
Nach dem Waschen die Klappe geöffnet lassen und die Waschmittelschublade etwas herausziehen.

So kann die Waschmaschine trocknen und Bakterien erhalten nicht genug Feuchtigkeit, um sich zu vermehren.

Ist Weichspüler gut oder schädlich?

"Meistens wird Weichspüler verwendet, um die Wäsche zu beduften“, sagt Glassl. "Er hat außerdem den Vorteil, dass die Wäsche weniger stark knittert und leichter gebügelt werden kann – oder vielleicht gar nicht gebügelt werden muss.“ Bei sehr empfindlicher Haut empfehlen manche Hautärzte Weichspüler, damit die Reibung durch Handtücher nicht so stark ist. 

Weglassen sollte man den Weichspüler aber bei Sportsachen: "Funktionskleidung hat kleine Poren, durch die keine Feuchtigkeit von außen nach innen dringt, aber beim Schwitzen Feuchtigkeit nach außen kommen kann“, erklärt der Experte. Weichspüler verstopft diese Poren und das System funktioniert nicht mehr. Beim nächsten Waschen ohne Weichspüler wird das aber wieder rückgängig gemacht.

Woher kommt es, wenn Shirts kleine Löcher bekommen?

Schuld können offene Reißverschlüsse sein – deshalb sollte man sie vor dem Waschen immer schließen. Wenn Kleidungsstücke besondere Komponenten haben, die sich mit anderen Teilen verfangen können (z.B. Pailletten auf einem Pulli), sollte man sie in einem Beutel waschen. Das gilt auch für BHs. Sonst können sich Kleidungsstücke ineinander verhaken und beim Schleudern kaputtgehen. "Bei kleinen Löchern ist es aber auch oft so, dass sie schon vorher beim Tragen verursacht wurden“, sagt Glassl. "Erst beim Aufhängen oder Bügeln sehen wir die Kleidung so genau an, dass wir das Loch bemerken – und dann glauben wir fälschlicherweise, es sei beim Waschen passiert.“ 


Musik

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