#repealthe8th
Ein bisschen unangenehm sind die Tweets schon, die irische Frauen derzeit durchs Netz schicken. Sie schreiben, dass sie gerade stündlich ihren Tampon wechseln müssen, dass es gerade sehr schmiert. Oder klumpt. Die irischen Frauen adresssieren diese Tweets über ihre Periode an den irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny. Ihr Ziel: Das Abtreibungsverbot in Irland soll endlich aufgehoben werden.
(Bild: Reuters / Cathal McNaugthon)

Im Juli 2013 hat das Parlament beschlossen, dass Frauen abtreiben dürfen (SPIEGEL ONLINE), geregelt ist das im achten Zusatz der irischen Verfassung. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: nämlich nur dann, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Eine Vergewaltigung zählt nicht. Auch wenn der Fötus außerhalb der Gebärmutter gar nicht überleben kann, dürfen Frauen die Schwangerschaft nicht beenden. Wer sich nicht daran hält, dem drohen 14 Jahre Gefängnis. Ein Volksentscheid könnte dieses Verbot aufheben, so votierten die Iren auch im Mai dafür, gleichgeschlechtliche Ehen zu legalisieren (SPIEGEL ONLINE).

Mit der "Repeal the 8th" Kampagne setzt sich die Organisation "Abortion Rights Campaign" dafür ein, dass das Verbot gekippt wird. Die Kampagne läuft schon ein paar Monate, bekommt aber derzeit noch mal richtig Zulauf - Gráinne Maguire sei Dank, als Comedian tritt sie unter anderem in der BBC. Am Mittwoch twitterte sie:



Der Hintergedanke: Wer sich für die Reproduktionsorgane von Frauen interessiere, der müsse auch richtig Bescheid wissen.

Inzwischen wurde der #repealthe8th auf Twitter rund 16.000-mal verwendet, darunter inzwischen auch schon Unterstützerinnen außerhalb Irlands.

Manche belächeln diese Form des Protests. Dabei ist Slacktivismus viel besser als sein Ruf. Denn, ja: Auch Tweets können etwas bewirken.