Bild: dpa/ Nikolaus Armer
Was ist passiert?

Wolfgang P., der zur sogenannten Reichsbürger-Szene gehört, ist wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth befand den 50-Jährigen auch wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung für schuldig. (Tagesschau/ SPIEGEL ONLINE)

Was wollen Reichsbürger?

Einige "Reichsbürger" denken, das Deutsche Reich würde noch existieren. Sie wehren sich dagegen, die Bundesrepublik Deutschland anzuerkennen. Sie wollen deshalb auch keine Steuern zahlen oder Bußgelder begleichen. Zusammengefasst wollen sich "Reichsbürger" und "Selbstverwalter" dem Staat entziehen, einige ihn auch bekämpfen. 

Unter "Reichsbürgern" tummeln sich Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker. Wie viele es in Deutschland gibt, ist nicht klar. Der Verfassungsschutz geht von mehr als 18.000 Anhängern aus.

Was hat Wolfgang P. getan?

Im Oktober 2016 hatten Polizisten in seinem Haus im fränkischen Georgensgmünd eine Waffenrazzia durchführen wollen. Doch dazu kam es erst gar nicht. Der Mann schoss auf die Beamte eines Spezialeinsatzkommandos. Dabei tötete er einen 32-jährigen Polizisten, zwei weitere wurden verletzt.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Fall zeigt, welche Gefahr von der "Reichsbürger"-Bewegung ausgeht. Bis vor gut einem Jahr waren vorwiegend Experten bei Sicherheitsbehörden Fälle bekannt. Nun gibt es vermehrt Razzien, auch weil viele der "Reichsbürger" Waffen besitzen. Strukturen lassen sich für die Ermittler oft schwer erkennen, "Reichsbürger" sind in viele kleinere Gruppen zersplittert. 

Die Staatsanwaltschaft hatte im Übrigen auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert: Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen gewesen. Die Verteidigung hatte dagegen eine Tötungsabsicht bestritten und eine zeitlich begrenzte Haftstrafe gefordert.


Gerechtigkeit

Ein rechter Milliardär wird neuer Premier in Tschechien. Wer ist er?
5 Fakten zu Andrej Babis.

Tschechien hat am Wochenende ein neues Parlament gewählt – und dabei die klassischen Parteien abgestraft und einer rechtspopulistischen Protestpartei zum Sieg verholfen. 

ANO wurde mit knapp 30 Prozent stärkste Partei. Und holte fast drei Mal so viele Stimmen wie die zweitplatzierte Partei, die konservative ODS (11,3 Prozent). Die bisherige Regierungspartei, die sozialdemokratische ČSSD, ging mit 7,3 Prozent unter. (Der Standard)

Vorsitzender von ANO ist der Milliardär Andrej Babis – ein Neuling in der tschechischen Politik. Er muss nun die neue Regierung bilden.