Bild: Axel Heimken/dpa
Drei Fragen, drei Antworten

In Deutschland sind 467 Rechtsextreme auf freiem Fuß, obwohl gegen sie ein Haftbefehl vorliegt. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) mit Berufung auf eine Antwort des Bundestages auf eine kleine Anfrage der Linken. Der Grund: Die Polizei kann die Rechtsradikalen nicht finden.

Was ist da los?

Die Bundestagsfraktion der Linken wollte in einer kleinen Anfrage wissen, gegen wie viele rechte Intensivtäter kein Haftbefehl vollstreckt werden kann. Die Antwort der Bundesregierung: 467 Personen. Das sind zehn Personen mehr als vor einem halben Jahr.

Warum können die Rechten nicht verhaftet werden?

Laut der Antwort des Bundestages entziehen sich diese Personen dem Zugriff der Behörden, da sie nicht aufzufinden sind. Sie leben im Untergrund oder haben sich ins Ausland abgesetzt. Zumeist in Nachbarländer wie Polen, Tschechien oder Österreich. 

Insgesamt gebe es laut Polizei zu den Gesuchten 605 Fahndungen. Einige der Personen würden wegen mehrerer Straftaten gesucht, etwa ein Viertel der Straftäter sei gewalttätig. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gesuchten in Zukunft ähnliche Straftaten begehen könnten. Zum Beispiel bei rechten Aufmärschen oder Neonazi-Konzerten.

Wie sieht die Lage allgemein aus?

Die Zahl der untergetauchten Neonazis in Deutschland hat sich seit 2014 fast verdoppelt. Im März 2014 wurden noch 253 Personen wegen rechtsextremer Straftaten gesucht. Der Grund für den starken Anstieg: Seit der Flüchtlingskrise habe es einen sprunghaften Anstieg von rechtsextremen Straftaten gegeben, wie Anschläge auf Asylbewerberheime

Die innenpolitische Expertin der Linken, Ulla Jelpke, kritisierte gegenüber der NOZ diese Entwicklung scharf: "Die Sicherheitsbehörden müssen sich endlich einmal etwas einfallen lassen, um der flüchtigen Nazis schneller habhaft zu werden." Es sei beunruhigend, dass es für jeden Haftbefehl, der sich erledigt, ein neuer hinzukomme. 

"Die Statistik ist ein alarmierendes Zeichen dafür, dass die Nazi-Szene gewalttätig und kriminell ist und bleibt", so Jelpke weiter.


Gerechtigkeit

Diese Frau wurde zur Fußballerin des Jahres gekürt und bekam direkt einen sexistischen Spruch ab
Zwei Fragen, zwei Antworten

Der "Ballon d'Or" gilt als der wichtigste Preis im Fußball. Jedes Jahr wird die Auszeichnung in Frankreich an den besten Spieler der Welt vergeben. Während in den verganenen Jahren nur Männer ausgezeichnet wurden, gab es in diesem Jahr eine neue Kategorie, welche die beste Spielerin der Welt kürt. Gewonnen hat die 23-jährige Norwegerin Ada Hegerberg, die für Olympique Lyon spielt. Der neue Preis ist ein wichtiges Zeichen für Spielerinnen in der ganzen Welt. Doch was direkt nach ihrer Dankesrede geschah, zeigt, dass es trotzdem noch viel zu tun gibt.

Was ist passiert?

Der französische DJ Martin Solveig moderierte in diesem Jahr die Gala. Nachdem Ada Hegerberg den Preis entgegengenommen hatte, interviewte Solveig sie kurz. Doch statt sie nach ihren Gefühlen oder fußballerischen Fähigkeiten zu befragen, wollte er wissen, ob sie twerken könne.

Hegerberg reagierte kühl: Ihr fiel das Strahlen aus dem Gesicht, sie antwortete trocken mit "Nein" und verließ die Bühne. Im Publikum konnte man deutlich ein Raunen hören.