Bild: dpa / Arno Burgi

An drei Orten in Deutschland ist es zwischen Freitagnacht und Samstagmorgen zu rechten Angriffen gekommen: In Mecklenburg-Vorpommern wurden Migranten von einer größeren Gruppe Deutscher angegriffen. In Sachsen-Anhalt gab es eine Prügelei zwischen Deutschen und Asylbewerbern. Und in Brandenburg griffen Unbekannte eine Asylunterkunft an.

Zwei Fällen gingen Streitigkeiten mit Flüchtlingen voraus – die Aktionen der Deutschen erinnern an Selbstjustiz. Was passiert ist:

1. Mecklenburg-Vorpommern

Am späten Freitagabend haben etwa 30 Deutsche eine Gruppe von etwa zehn Ausländern auf dem zentralen Marienplatz in der Landeshauptstadt Schwerin angegriffen. Die Polizei konnte beide Seiten nach eigenen Angaben sofort trennen. Ein Jugendlicher erlitt nach Polizeiangaben leichte Verletzungen. (Deutsche Welle)

Dem Zusammenstoß war wohl eine Auseinandersetzung am Dienstag vorausgegangen. Dabei sollen zwei Syrer eine andere Gruppe von Flüchtlingen und einen Schweriner attackiert haben. Laut Polizei kamen am Marienplatz in den vergangenen Tagen häufiger Flüchtlingsgruppen zusammen.

2. Sachsen-Anhalt

In der Stadt Sangerhausen trafen am Freitagabend etwa 20 Deutsche auf mehrere syrische Flüchtlinge. Drei Flüchtlinge seien leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Die deutsche Gruppe war demnach vor dem Flüchtlingsheim der Syrer aufgetaucht. Der Streit war vorüber, als die Beamten eintrafen. (SPIEGEL ONLINE)

Auch hier könnte eine andere Tat der Auslöser gewesen sein: Am Mittwoch soll ein 15 Jahre alter Syrer einen 16-jährigen Sangerhäuser bei einer Prügelei verletzt haben.

3. Brandenburg

In Jüterbog haben Unbekannte am frühen Samstagmorgen zwei Brandsätze auf eine Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge geworfen. Nach Polizeiangaben wurde niemand verletzt, zwei Fenster wurde beschädigt. Mitarbeiter, die durch den Krach wach wurden, konnten die Feuer löschen. (Polizei Brandenburg)

Die Ereignisse reihen sich ein in mehrere mutmaßlich fremdenfeindliche Taten der vergangenen Tage:
  • In einem Dorf in Schleswig-Holstein schlugen Unbekannte den Bürgermeister nieder, weil er sich für Flüchtlinge engagierte.
  • In Dresden zünden Anfang vergangener Woche Unbekannte zwei Sprengsätze, einen davon vor einer Moschee.
  • Und im sächsischen Bautzen stießen vor zwei Wochen etwa 80 Deutsche mit rund 20 Flüchtlingen zusammen.

Insgesamt haben rechte Straftaten stark zugenommen: Von Januar bis Mitte September 2016 hat die Polizei bereits 507 Fälle fremdenfeindlicher Gewalt registriert. Die Zahl ist nahezu doppelt so hoch wie im Vorjahr (SPIEGEL ONLINE).

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