Bild: Alex Wong/Getty Images
Was ist passiert?

Die USA haben Haftbefehle gegen zwölf Sicherheitskräfte des türkischen Präsident Recep Tyyip Erdogan erlassen. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Mai beim Besuch von Erdogan in Washington gewaltsam auf Demonstranten vor der türkischen Botschaft eingetreten zu haben. 

Zahlreiche Videos zeigen das brutale Vorgehen. Auch Erdogan selbst soll Zeuge des Vorfalls gewesen sein, aber nichts dagegen gemacht haben. Elf Menschen wurden verletzt, neun von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. (Tagesschau)

Wie reagierte Erdogan nun?

Der geht zum Gegenangriff über und wirft den amerikanischen Sicherheitskräften vor, ihn nicht richtig beschützt zu haben. Bei den Demonstranten habe es sich um Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gehandelt – Erdogans bekanntester Kritiker, den das Staatsoberhaupt auch für den Putschversuch gegen ihn verantwortlich macht.

Die PKK und die Tak

Die sozialistisch ausgerichtete Untergrundorganisation hat ihren Ursprung in den kurdischen Siedlungsgebieten innerhalb der Türkei. Sie kämpft für die politische Autonomie der besiedelten Gebiete und verübt Terroranschläge gegen militärische und zivile Ziele.

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der PKK verschärfte sich in diesem Jahr. Im vorwiegend kurdischen Südosten des Landes kamen seit Mitte vergangenen Jahres Hunderte Menschen ums Leben, Zehntausende sind geflüchtet.

Die Tak gilt als radikale Splittergruppe der PKK. Unter Experten ist umstritten, wie weit die beiden miteinander verbunden sind. Seit dem Zusammenbruch eines zweijährigen Waffenstillstands im Sommer 2015 liefern sich die PKK und die türkischen Sicherheitskräfte erneut erbitterte Kämpfe im Südosten des Landes.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Türkei will den Erlass nicht hinnehmen. Das türkische Außenministerium bestellte den US-Botschafter in Ankara ein. Man habe ihm übermittelt, dass die Haftbefehle falsch und parteiisch seien. Zudem fehle dafür die rechtliche Grundlage, teilte das Ministerium mit. 

Es ist also unklar, wie der Fall letztlich ausgehen wird. 


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