Die Geschichte in 3 traurigen Zitaten

Imoan Kinshasa ist 25 Jahre alt, in Bayern aufgewachsen und lebt inzwischen in Wien. Sie wollte mit ein paar Freunden ein Weinfest in Traiskirchen nahe der österreichischen Hauptstadt besuchen. Wie es traditionell üblich ist, zog sie ein Dirndl an. Alles gut, sollte man meinen. Doch Imoan ist schwarz und wurde plötzlich angefeindet. Weil sie ein Dirndl trug.

Auf Facebook hat sie nach dem Weinfest über ihre Wut und Enttäuschung geschrieben.

Imoan trägt schon ihr ganzes Leben immer wieder Dirndl. Ihre Großmutter hat ihr selbst welche genäht, Imoan war im Trachtenverein sehr beliebt (Wienerin). Doch jetzt, im Jahr 2018, wird sie plötzlich angefeindet.


Update, 11. Juli 2018:

Der Post von Imoan wurde inzwischen von Facebook gelöscht. Es verstoße gegen die Richtlinen gegen Hate-Speech. (Wienerin) Hier trotzdem eine Zusammenfassung.


Der Post zeigt, wie schrecklich das Erlebnis für sie gewesen sein muss. Sie fühlte sich ihrer Identität beraubt.

Voll motiviert haben wir Mädels uns in die Tracht geworfen. Ich habe mich wunderschön und stark gefühlt, als ich heimkam war ich den Tränen nahe.

Kaum auf dem Weinfest angekommen, habe sie den ersten Kommentar gehört. Eine Gruppe Jungs soll gesagt haben: "Jetzt hab ich alles gesehen, ein Neger im Dirndl, das kann ich jetzt abhaken."

Imoan sei cool geblieben. Sie habe schlagfertig geantwortet, ob die Jungs ein Foto zum Beweis haben wollen – woraufhin die Jungs kleinlaut abgehauen sein sollen.

Doch die waren kein Einzelfall. Auf dem Fest habe Imoan die ganze Zeit Blicke auf sich gespürt, Getuschel gehört.

Ich fühle mich wie eine Aussätzige. Beobachtet und exponiert. Ja ich weiß, einige haben sich sicherlich gedacht wie hübsch ich heute aussehe. Ich habe mich gefühlt wie ein Alien, als wäre ich hier verboten.

Imoan lebt in der zweiten Generation hier, kennt nur die deutsche und österreichische Kultur. Und doch wird sie ausgegrenzt. "Was habe ich getan? DAS ist meine Kultur. Ich kenne nur Bayern und Österreich. Lederhosen und Bier. Ich fühle mich meiner selbst beraubt", schreibt sie auf Facebook.

Imoan begegnet häufiger Alltagsrassismus.

Wie sie im Interview mit der Wienerin erzählte, kenne sie es schon, böse Blicke in der Bahn wahrzunehmen, nicht oder schlechter bedient zu werden oder auch, sich immer ein bisschen mehr beweisen zu müssen. Auf dem Land noch mehr als in der Stadt.

Für sich hat Imoan jetzt auf jeden Fall gelernt, solche Veranstaltungen zu meiden, wie sie in ihrem Facebook-Post schreibt. 

Ich wüsste bis heute nicht, dass ich anders bin, wenn man es mir nicht dauernd unter die Nase reiben würde.

Art

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