Und nehmen Muslime dann viel ab?

Am Abend des 23. April 2020 (Donnerstag) beginnt wieder der islamische Fastenmonat Ramadan. In der arabischen und asiatischen Welt, aber auch in Deutschland leben Millionen von Muslimen dann für vier Wochen enthaltsam. Was genau sie dabei machen – und ob sie tatsächlich abnehmen – erfährt du hier.

Was genau ist der Ramadan?

Der Name steht für einen bestimmten Monat im islamischen Kalender. Muslime betrachten ihn als besonders heiligen Monat und legen während des kompletten Ramadan eine Fastenzeit ein. Sie wollen so zu innerer Ruhe finden und damit Gott näher kommen. Für viele Gläubige ist der Ramadan ein sehr spiritueller Monat. Andere betrachten ihn mit Augenzwinkern:

Da sich der islamische Kalender nach dem Mondstand und nicht nach der Sonne richtet, kann der Ramadan mal 29, mal 30 Tage lang sein. Außerdem verschiebt sich sein Beginn jedes Jahr. 2020 beginnt der Ramadan in den meisten arabischen und europäischen Ländern am 23. April. 2019 begann er am 5. Mai. 

Noch vor Ramadan gilt allerdings der Monat "Du al-Hidscha" als heiligste Zeit im islamischen Kalender. Während des Du al-Hidscha sollen Muslime nach Möglichkeit in die heilige Stadt Mekka pilgern.

Wie wird im Ramadan gefastet?

Die Fastenzeit kann man mit den im Christentum verbreiteten 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern vergleichen. Praktizierende Gläubige sollen besonders enthaltsam leben und sich mit Höflichkeit begegnen. Verboten ist daher während des ganzen Ramadan, zu lügen oder zu fluchen.

Bekannter ist der Monat allerdings für den Verzicht auf Essen und Trinken tagsüber. Jeweils von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang dürfen Muslime nichts zu sich nehmen – erst dann wird bei einem allabendlichen Fastenbrechen, genannt "Iftar", gegessen und getrunken. Auch für Sex und Rauchen gilt die Regel: Beides ist tagsüber tabu!

Wer will, fastet übrigens auch im Netz:

Ramadan in Bildern – so feiern Muslime auf aller Welt:

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Also nehmen alle Muslime während des Fastenmonats ab?

Im Gegenteil: Die Iftar-Feiern sind meist so ausladend, dass viele Muslime zunehmen. Angeblich hat der Prophet Mohammed einst sein Iftar mit drei Datteln gefeiert. Die Datteln essen Muslime traditionell auch heute noch – dann wird aber reingehauen.

Muslime feiern Ramadan ähnlich wie Christen Weihnachten – also ein familiäres Fressfest. Gerade zur Feier am Ende des Monats – genannt Id al-Fitr – werden Freunde und Bekannte eingeladen. Dann gibt es Süßigkeiten, Geschenke und noch mehr Süßigkeiten. Im Türkischen wird das Ende vom Ramadan daher auch häufig Zuckerfest genannt.

Arabische Nachrichtenseiten geben auf jeden Fall alljährlich Abnehmtipps zum Fastenmonat. (Al-Arabiya)

Gibt es Ausnahmen vom Fasten?

Da das Fasten und Nicht-Trinken gerade in den heißen arabischen Ländern sehr anstrengend ist, muss nicht fasten, wem es zu schwer fällt: Schwangeren Frauen und jungen Müttern, älteren oder kranken Menschen oder auch Muslime, die auf Reisen sind oder arbeiten müssen, sind entschuldigt. Der gläubige Fußballer Mesut Özil hat deshalb zum Beispiel zur Fußball-WM 2014 den Ramadan nicht mitgemacht.

Bei all den Regeln: Wie funktioniert der Alltag in einem islamischen Land?

Die ersten beiden Wochen sind in vielen islamischen Ländern noch normal, dann gibt es oft Ferien für Schulkinder und Beamte. Das öffentliche Leben verlangsamt sich, eine große Stille breitet sich über den Dächern der sonst immerlauten Großstädte aus. Erst am Abend kehrt mit den Iftar-Feiern Leben in die islamischen Gesellschaften zurück.

Viele Moscheen oder wohlhabende Familien laden auch zu öffentlichen Festen für die Ärmeren ein. Studenten hingegen veranstalten auch schon mal "Veggie Iftar Partys" oder schmeißen gleich Kostümfeste.

Ähnlich wie Weihnachten ist Ramadan im 21. Jahrhundert aber auch ein kommerzielles Event. Die Fernsehsender produzieren aufwendige TV-Serien und Spielfilme, Hotels und Restaurant erhöhen ihre Preise. Internationale Marken begleiten den Monat mit Social-Media-Kampagnen. So warb zum Beispiel Coca Cola im vergangenen Jahr:

Und wie wird in Deutschland gefastet?

In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime (BMI). Da es in Nordeuropa abends länger hell ist, dauert auch die tägliche Fastenspanne länger: Mancherorts von morgens 3.30 Uhr bis abends 21 Uhr (gebetszeiten.de). Viele Muslime finden daher ihren eigenen persönlichen Rhythmus, ob und wie viel sie fasten (Deutschlandfunk).

So unterschiedlich ist die Fastendauer weltweit:



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Nicht noch ein Teeniefilm–Klischee über Männer und Frauen
Warum "American Pie" Gift für meine sexuelle Entwicklung war

Sportler, Loser und Cheerleader. Rote Becher, Sperma-Witze und blink-182. Rund um das Jahr 2000 rührte Hollywood mit diesen Zutaten einige sehr erfolgreiche Filme zusammen. Es war die Hochzeit der Teenie-Komödien. 

Als 13-jähriger Junge habe ich diese Filme geliebt. Denn ich hatte endlich ein Filmgenre, das mir meine eigene pubertäre sexuelle Verwirrtheit humoristisch verklärte.

Denn verwirrt war ich definitiv. Meine Eltern waren um einen obszönen Witz zwar nie verlegen, im Kern aber genauso verklemmt und in Er- beziehungsweise Aufklärungsnot wie die Generationen vor ihnen. Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen. Die Bravo haben Jungs ohnehin nicht gekauft. Und die Schaubilder von Schwellkörpern und Samenleitern im Bio-Unterricht halfen mir auch nur begrenzt weiter. 

Doch wie jeder jungfräuliche Teenager hatte ich jede Menge Fragen – und fand die Antworten an einem völlig unpassenden Ort: im Kino.  

"American Pie", die Mutter aller Teenie-Komödien

In diesem Jahr feiert American Pie, die Mutter aller Teenie-Komödien, in Deutschland ihren 20-jährigen Kino-Geburtstag. Die Filmreihe war damals so erfolgreich, dass sie auch Menschen, die statt einer typischen High School eine integrierte Gesamtschule in Niedersachsen besucht haben, ihr Grundwissen über das sexuelle Miteinander vermittelt hat.

Doch wenn ich mir die Geschichten um Jim, Oz, Kevin und Finch heute anschaue, merke ich, dass das Angebot dieser Teenie-Komödien zur Ausstaffierung meiner sexuellen Identität vor allem eines war: beschämend.

Das Alpha-Männchen

Das größte Problem an American Pie: das Leitbild des sexuell erfolgreichen Mannes, verkörpert vom Charakter Steve Stifler. Ein wirklich unangenehmer Typ – aber irgendwie auch ein Typ, der keinerlei Probleme hat. Er ist im Mittelpunkt des Geschehens, obwohl niemand ihn mag, er ist der sexuell Erfahrenste, obwohl (oder – suggeriert uns der Film – gerade weil) er nie um Erlaubnis fragt.

Wenn ich irgendwann nicht selbst herausgefunden hätte, wie banal es ist, seine männlichen besten Freunde (ja, auch mit Zunge) zu küssen, ich würde dank Stifler immer noch glauben, es wäre das Ekligste, was einem als Cis-Mann passieren kann. 

Doch für Steve läuft es trotzdem: Er bleibt vom ersten bis zum letzten Teil des Franchise der Gleiche und hangelt sich Film um Film von einer Grenzüberschreitung zur nächsten. Lerneffekt gleich null, auch beim Zuschauer.