Bild: dpa - Bildfunk

Seit mittlerweile einem Jahr regiert die "neue" Große Koalition in Berlin. Viele Politiker sind ständig in den Medien, Merkel hier, Seehofer da. Aber dann sind da Namen und Gesichter, die selbst aufmerksamen Nachrichtenjunkies selten begegnen dürften: Welche Position hat zum Beispiel Helge Braun? Und wofür ist Anja Karliczek zuständig? Und wie hieß nochmal unsere Bildungsministerin? Da kann man schnell mal durcheinander kommen.

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Quelle: Bundestag


Gerechtigkeit

Junge Väter in Elternzeit: "Vereinbarkeit ist für Männer immer noch schwieriger"

Papa geht arbeiten, Mama passt auf die Kinder auf: Gerade für junge Menschen scheint das ein antiquiertes Rollenbild. Und doch nehmen Männer heute immer noch deutlich seltener und kürzer Elternzeit als Frauen.

Gerade erst wurde der Mann der Astronautin Insa Thiele-Eich als "Spitzenvater des Jahres" ausgezeichnet – einfach dafür, ein Jahr Elternzeit genommen zu haben, damit seine Frau ihren Beruf ausüben konnte. (bento)

Aber warum sind Väter in Elternzeit immer noch so eine Seltenheit? 

Wie viele Väter genau Elternzeit nehmen, weiß in Deutschland niemand so genau, weil es nicht statistisch erfasst wird. "Dafür gibt es schlicht keine gesetzliche Grundlage", erklärt eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums bento auf Anfrage. Festgehalten werde nur, wie viele Männer und Frauen das Elterngeld beim Staat beantragen. Demnach nehmen 35,9 Prozent der deutschen Väter Elterngeld in Anspruch. Das klingt wenig, zeigt aber einen deutlichen Aufwärtstrend: 2008 waren es nur 20,8 Prozent. 

Wirklich lange bleiben aber die wenigsten Väter für die Familie zu Hause: Im Durchschnitt beziehen Papas 3,7 Monate Elterngeld. Die Zeit, in der sie tatsächlich nur beim Kind sind, dürfte aber noch darunter liegen, weil das sogenannte ElterngeldPlus einbezogen wird. Damit dürfen die Väter in Teilzeit weiter arbeiten. Zum Vergleich: Mütter beziehen nach derselben Berechnungsmethode im Durchschnitt über 13 Monate Elterngeld.

Bei diesen Zahlen drängt sich das Bild eines gefühlskalten Vaters auf, der keine Lust hat, Zeit mit der Familie zu verbringen. Umfragen zeigen das Gegenteil. Mehr als die Hälfte der Väter von Kindern unter sechs Jahren würde gern den gleichen Anteil an der Erziehung haben wie ihre Partnerin. 79 Prozent der Väter wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie. Bei den 18 bis 29-jährigen sind die Sehnsucht nach Zeit mit der Familie und der Wunsch nach Teilhabe an der Erziehung am größten.* 

Doch als Mann diese Zeit zu bekommen ist oft schwerer, als man denkt. 

Im Väterreport des Bundesfamilienministeriums heißt es: Ein Fünftel der Männer hätte gerne Elternzeit genommen – und seien es nur die zwei Partnermonate – traute sich wegen Abstiegsangst und Druck durch Chefetage und Kollegen aber nicht, sie einzufordern.