Bild: Getty Images / Gokhan Tan
Erdoğan ruft Bevölkerung zum Widerstand auf.
Was ist passiert?
  • Nach eigenen Angaben haben die türkischen Streitkräfte bei einem Putsch vollständig die Macht im Land übernommen, das teilte das Militär am Freitagabend nach Angaben der privaten Nachrichtenagentur DHA mit (SPIEGEL ONLINE). Freitagnacht ist die Lage sehr unübersichtlich, chaotisch und schwer einzuschätzen. Unklar ist auch, ob das gesamte Militär oder nur Teile an dem Putschversuch beteiligt sind.
  • Offenbar haben die Streitkräfte in Istanbul zwei Brücken gesperrt, Schüsse sind zu hören, Hubschrauber kreisen über der Stadt. Auch den Atatürk-Flughafen hätten die Streitkräfte unter Kontrolle, meldet DHA (SPIEGEL ONLINE). Außerdem hat das Militär im gesamten Land eine Ausgangssperre verhängt und das Kriegsrecht ausgerufen.
  • Medienberichten zufolge kommt es in der türkischen Hauptstadt Ankara zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Militär, Augenzeugen berichteten von Panzern in den Straßen. Livebilder aus Ankara und Istanbul zeigen Demonstranten auf den Straßen, Soldaten feuern Schüsse ab, es ist unklar, ob das Warnschüsse sind oder sie sich gegen Demonstranten richten. Auch Muezzine rufen und versuchen so, gegen den Putsch zu mobilisieren.
  • Laut einem dpa-Reporter sollen Dutzende Gegner des Putsches im Zentrum Istanbuls auf den Straßen "Gott ist groß" und "Nein zum Putsch" rufen. Damit würden sie der Aufforderung Erdoğans folgen, für die Regierung zu demonstrieren. Er hatte in einem Interview dazu aufgefordert, ein Zeichen zu setzen. (SPIEGEL ONLINE)
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Was will das Militär?
  • In einer im Fernsehsender NTV verlesenen Erklärung des Militärs heißt es: "Die Macht im Land ist in ihrer Gesamtheit übernommen." So wolle die Armee die demokratische Ordnung und die Menschenrechte im Land schützen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters (SPIEGEL ONLINE).
  • Zuvor hatte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim nur von einem Putschversuch gesprochen: Er werde nicht erlaubt und die Hintermänner "werden den höchsten Preis bezahlen", sagte er. Nur eine Gruppe innerhalb des Militärs habe versucht, die türkische Regierung zu stürzen (SPIEGEL ONLINE).
Wie reagiert Erdoğan?
Ich rufe unser Volk auf, sich auf den Plätzen und am Flughafen zu versammeln. Sollen sie (die Putschisten) mit ihren Panzern und ihren Kanonen machen, was sie wollen.
Recep Tayyip Erd​oğan

  • Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan meldete sich Freitagnacht per Facetime bei CNN Türk zu Wort. In dem Interview rief Erdoğan die Bevölkerung auf, auf die Straßen zu gehen, um ein Zeichen zu setzen. Auch er sprach von einem Putschversuch einer Minderheit innerhalb des Militärs. (SPIEGEL ONLINE)
Taksim Platz in Istanbul(Bild: dpa / Tolga Bozoglu)
Wie reagiert das Netz?

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE funktioniert in weiten Teilen der Türkei das Internet nicht mehr. Dort, wo es funktioniert, sind Nachrichtenseiten und soziale Medien wie Facebook und Twitter nur noch über VPN-Verbindung zu erreichen.

Facebooks Karte zeigt trotzdem eine enorme Zahl an Facebook-Livestreams an:


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