Bild: dpa/Peter Kneffel
Es gab schon 10.000 Unterschriften in zwölf Stunden.

Am Dienstag hat das Landeskabinett in Bayern beschlossen, dass ab 1. Juni dieses Jahres in jeder staatlichen Behörde ein Kreuz hängen soll (bento). Laut Markus Söder sei das ein Bekenntnis zur "bayerischen Identität" und den "christlichen Werten".

Die Kreuze sollen in jedem Dienstgebäude im Eingangsbereich aufgehängt werden. 

Doch jetzt regt sich Widerstand gegen die Kruzifix-Pflicht.

Tarek Carls, studentischer Sprecher der Uni Regensburg, hat eine Petition "gegen den Kreuzzwang in öffentlichen Institutionen" gestartet. Und 10.000 Menschen haben sich ihm innerhalb der ersten zwölf Stunden angeschlossen. 

Der Beschluss, in jeder öffentlichen Institution Bayerns ein Kruzifix aufhängen zu müssen, missachtet das Gebot der weltanschaulichen Neutralität des Staates.
Tarek Carls

Mittlerweile haben knapp 27.000 Menschen unterzeichnet, das Ziel liegt bei 35.000 Unterschriften

Im Gegensatz zu staatlichen Behörden bleibt die Regelung für Universitäten freiwillig. Der Ministerrat empfiehlt allerdings auch ihnen, ein Kreuz aufzuhängen (Bayrischer Rundfunk). 

Die Studierenden der Uni Regensburg wären damit allerdings überhaupt nicht einverstanden:

Wir müssen klarstellen, dass die Universität ein säkularer, weltoffener Raum für alle Religionen ist.
Tarek Carls

Die Landesregierung hat gegenüber bento hingegen klargestellt, dass sie das ein bisschen anders sieht:

Nicht nur an den Kreuzen stören sich Menschen in Bayern – auch gegen das umstrittene Polizeigesetz gibt es Protest.

Das neue Gesetz erlaubt der bayrischen Polizei, stark in die Grundrechte der Bürger einzugreifen. Sie darf dann Telefone abhören und Post beschlagnahmen und das bevor eine konkrete Gefahr besteht.

Mehrere Studentinnen und Studenten aus Bayern klagen nun vor dem Bayrischen Verfassungsgerichtshof gegen diese Verschärfung (ZEIT Campus). Es handelt sich um Studierende der Universität München, Würzburg und Erlangen, die die Klage gemeinsam mit ihren Professorinnen und Professoren eingereicht haben.


Fühlen

Ich esse gesund. Darauf kommen meine Kollegen nicht klar
Warum muss ich mir in jeder Mittagspause Kommentare über meinen Salat anhören?

Meistens passiert es direkt in der Küche unseres Büros, noch bevor ich einen Bissen zu mir genommen habe. Ein Kollege oder eine Kollegin wirft einen Blick in meine gerade mit Zutaten gefüllte Salatschüssel und sagt: “Ach, Mango im Salat? Ist das ein Experiment?”

Ich bringe mir meist etwas anderes mit zur Arbeit als die einfache Klappstulle. Die ist mir zu langweilig oder, wie im Moment, zu kohlenhydratreich. Aber egal, ob ich beim Essen auf Tradition oder Experiment mache: Ich finde, dass niemand das Recht hat, mein Essen zu kommentieren.

Es passiert fast jeden Tag.

  • “Oh, das sieht aber besonders gesund aus!”
  • “Aha, heute mal Gemüse?”
  • "Na, willst du etwa abnehmen?"
  • "Du würdest aber auch mal was Ordentliches vertragen!"