Bild: dpa/ Maurizio Gambarini

Immer mehr Flüchtlinge in Berlin gehen laut Medienberichten anschaffen – viele von ihnen seien noch keine 18 Jahre alt. Es soll sich vor allem um Männer aus Afghanistan, Pakistan und Iran handeln (RBB-Inforadio/ Welt). 

Wie viele es genau sind, ist schwer abzuschätzen. "Das ist saison- und witterungsabhängig. Es gibt Monate, da sind mehrere bei uns, es gibt Monate, da kommt niemand", sagt Diana Henniges. Sie ist Gründerin des Vereins "Moabit hilft!".

Wie ist das aufgefallen?

Als Treffpunkt gilt vor allem der Berliner Tiergarten, oft läuft die erste Kontaktaufnahme auch über Internetforen. Henniges habe Anfang 2016 von den ersten Fällen gehört und später auch Männer betreut.

Der Berliner Senat hat dazu keine gesicherten Informationen. Sie vermuten: Wo immer Prostitution von Flüchtlingen auch stattfinde, geschehe dies im Verborgenen. Belege oder Aussagen von Betroffenen lägen nicht vor. (SPIEGEL ONLINE) Henniges sagt, Flüchtlinge wollten oft später nicht mehr dazu aussagen.

Wieso machen die jungen Männer das?

Die wenigsten Flüchtlinge werden gezwungen, im Tiergarten anschaffen zu gehen, sagte Ralf Rötten dem RBB. Er ist Vorsitzender des Vereins "Hilfe für Jungs e.V.". Aber der Park sei eine der wenigen Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Manche brauchen es, um sich schlicht einen Schlafsack oder eine warme Jacke leisten zu können. Manche wollen sich Drogen kaufen. Abhängigkeit sei unter minderjährigen Flüchtlingen ein Thema, erklärt Henniges. 

Andere bekämen für ihre sexuellen Leistungen eine Unterkunft angeboten.

"Mir ist bekannt, dass minderjährige Flüchtlinge Zimmer in Vierer- oder Fünfer-WGs angeboten bekommen und dann dort leben – für sexuelle Gegenleistungen", sagt Henniges (Welt). 

Als Hauptursache sehen die Hilfsvereine fehlende Unterstützungsangebote. Sobald die Flüchtlinge 18 Jahre alt seien, würden viele aus dem Hilfesystem für Jugendliche herausfallen.

Wie wird den Männern geholfen?
  • Der "Verein Hilfe für Jungs e.V." schickt Streetworker in den Tiergarten, um die Flüchtlinge über HIV aufzuklären und ihnen Unterstützung anzubieten. Doch Alternativen zur Prostitution seien schwer zu vermitteln, sagt Rötten. Die Flüchtlinge dürften zum großen Teil keinen Deutschkurs machen, nicht zur Schule gehen und erst recht keiner Arbeit nachgehen. 
  • Auch "Moabit hilft!" begleitet die Flüchtlinge zu Jugendämtern, Vereinen und Psychotherapeuten. Wichtig sind laut Henniges Bezugspersonen, die sich längerfristig kümmern. 

Gerechtigkeit

Ein Verein hilft der AfD mit Spenden - damit die Geldgeber anonym bleiben
Eine Recherche von Correctiv.org

Viele Wähler dürften das "Extrablatt" schon kennen. Die Gratiszeitung, die unumwunden zur Wahl der AfD aufruft, wurde kurz vor den Landtagswahlen im vergangenen Jahr flächendeckend an Millionen Haushalte verteilt. Dahinter stand aber nicht die AfD selbst, sondern eine Handvoll Großspender, die anonym bleiben wollen.