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Schutzbrillen würden sicherlich die Wenigsten mit erotischen Vorlieben verbinden. Zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten sollen sie allerdings hilfreich sein. Das glaubt zumindest die kalifornische Behörde für Sicherheit am Arbeitsplatz: Sie wollte eine Pflicht für Kondome und Schutzbrillen bei Pornodrehs einführen. Doch daraus wurde erstmal nichts. (abc News)

Pornodarsteller in Kalifornien müssen auch künftig beim Dreh keine Kondome, Schutzbrillen und sogenannte Lecktücher benutzen. Der zuständige Ausschuss stimmte mit drei zu zwei Stimmen gegen die Pläne.

Die Porno-Industrie freut sich: "These regulations were based in stigma rather than science, and would have severely hurt adult performers", sagte Eric Paul Leue, der Direktor der Free Speech Coalition, ein Handelsverband für die Erwachsenenunterhaltungsindustrie. Er hatte um das gute Geschäft gebangt, Pornos mit Kondomen verkaufen sich schlechter. Leue betonte: "We’re not opposed to regulation. We’re opposed to this regulation". (Guardian)

Interesse an den strengeren Vorschriften hatte vor allem die Interessengruppe Aids Healthcare Foundation (AHF). Vor mehr als sechs Jahren hatte sie gefordert, neue Standards einzuführen. Der AHF-Vorsitzende Michael Weinstein ist enttäuscht über die aktuelle Entscheidung: “First and foremost, it’s about protecting the performers", sagte Weinstein. Außerdem bekämen junge Menschen wegen der Pornos ein völlig falsches Bild vermittelt, nämlich dass nur ungeschützter Sex heißer Sex sei.

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Viele Künstler und Experten argumentierten, dass die bestehenden Regeln der Porno-Industrie bereits sehr gut seien: Im "Performer Availability Scheduling Services" werden Darsteller alle zwei Wochen auf sexuell übertragbare Krankheiten getestet. Die Ergebnisse werden in einer privaten Datenbank gespeichert. Produzenten können dann checken, welcher Schauspieler den Status "available" hat und ihn für den Film buchen – ohne genaue Informationen über den Gesundheitszustand zu bekommen.

Die US-Pornoindustrie ist vor allem im San-Fernando-Tal im Norden von Los Angeles angesiedelt. Im Jahr 2011 mussten die Produzenten ihre Dreharbeiten vorübergehend aussetzen, nachdem ein Darsteller positiv auf HIV getestet worden war. (SPIEGEL ONLINE)