Die öffentliche Debatte um Polizeigewalt geht weiter.

Ein Video zeigt erneut das Ausmaß der Polizeigewalt in den USA. In der Spring Valley High School in South Carolina hat ein weißer Polizist eine schwarze Schülerin vom Stuhl gerissen, durch den Klassenraum gezogen und dann auf den Boden gedrückt, um sie festzunehmen.

Ein Schüler filmte die Festnahme. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Polizist der Schülerin sagt, sie solle aufstehen. Als diese nicht reagiert, fängt er an, sie zu Boden zu zerren.

Der Grund für die brutale Aktion ist offenbar banal. Die Schülerin habe angeblich den Unterricht gestört und sollte deswegen den Raum verlassen, sagten Angestellte der Schule dem Nachrichtensender WISTV.

Mittlerweile läuft eine Untersuchung gegen den Polizisten. Zudem wurde er beurlaubt, berichtet CNN. Der örtliche Sheriff lies einen Sprecher ausrichte, das Video sei sehr verstörend.

Warum ist das wichtig?

Der Vorfall reiht sich ein in eine lange Liste von Übergriffen durch Polizisten.

Festnahmen von Schülern durch Polizisten sind in den USA keine Seltenheit. Das Video zeigt, dass die Klassenkameraden des Mädchens relativ teilnahmslos zusehen. Viele Schulen haben einen sogenannten "school resource officer" – einen Polizisten, der für die jeweilige Schule zuständig ist. Verhaftungen von Schülern in den USA durch diese Polizisten treffen überproportional oft Schwarze, selbst wenn andere mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt werden. (Vox)

Der Aufschrei im Netz

Das Video führte zu scharfen Protesten auf Twitter und Facebook. Viele erinnerte die Behandlung des Mädchens an andere Fälle von Polizeigewalt gegen schwarze Amerikaner.


Seit Monaten demonstrieren in den USA immer wieder Menschen gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Schwarze. Die Todesfälle von unter anderem Michael Brown, Eric Garner und Freddie Gray führten zu tagelangen Protesten und Straßenschlachten mit der Polizei.

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