Bild: Patrick Seeger/dpa
In diesen zwei Tweets erklären sich die Beamten.

Was hat die Polizei Koblenz mit dem Rücktritt von Mesut Özil zu tun? Eigentlich nichts – und doch ging vom offiziellen Twitter-Account der rheinland-pfälzischen Ordnungshüter ein Tweet aus, in dem der ehemalige Nationalspieler heftig angegangen wurde.

Was stand in dem Tweet?

In dem inzwischen gelöschten Tweet, der als Antwort unter der Tagesschau-Eilmeldung zu Özils Rücktritt zu lesen war, hieß es: "Lieber @MesutOzil1088, wer auch immer für Ihr #Krisenmanagement verantwortlich ist, gehört gefeuert. Jeder, der etwas davon versteht weiß, dass man sich in einem #Shitstorm nicht verstecken kann."

Özil hatte in seiner dreiteiligen Rücktrittserklärung von rassistischen Anfeindungen berichtet, nachdem er im Vorfeld der WM in Russland ein Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gemacht hatte. Der Tweet der Koblenzer Polizei suggerierte, Özil habe diese Erfahrungen geäußert, um von seinem eigenen Verhalten abzulenken.

Das Statement sorgte im Netz für Empörung und heftige Kritik. Daraufhin meldete sich die Polizei erneut zu Wort und distanzierte sich "in aller Deutlichkeit" von dem Kommentar. Man wolle "prüfen, wie dieser Zustande kommen konnte".

Was sagt die Polizei jetzt?

Einige Stunden später folgte die Aufklärung: Ein Mitarbeiter habe angeblich seinen privaten mit dem dienstlichen Account verwechselt und unter dem offiziellen Zugang der Polizei Koblenz seine "persönliche Meinung" mitgeteilt. Dabei betonte sie: Es sei "nicht der Praktikant" gewesen.

Die Löschung des ursprünglichen Tweets und die anschließende Korrektur besänftigten einen Teil der Nutzer, die sich für das "schnelle Handeln" der Polizei Koblenz bedankten. Anderen gingen die Maßnahmen nicht weit genug, sie forderten die Entlassung des verantwortlichen Mitarbeiters.

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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