Wer in diesen Tagen in den USA mit dem Zug nach Chicago fährt, erlebt Szenen wie aus einem Katastrophenfilm. Der Lake Michigan ist zugefroren, viele Häuser in den Vororten verschwinden hinter Schneebergen – und auf den Bahnstrecken brennen die Schienen, um befahrbar zu bleiben. 

Was wie die Beschreibung eines Roland-Emmerich-Films klingt, ist in Wahrheit eine Folge des Polar Vortex, des Polarwindes, der gerade vor allem im Nordosten Amerikas für Temperaturen um minus 30 Grad Celsius sorgt. 

Gefühlt lag die Temperatur sogar zeitweise bei minus 46 Grad Celsius. (SPIEGEL)

Die Kälte ist gefährlich, sorgt für geschlossene Unis, kurzfristig eingerichtete Wärmestuben und Probleme im Verkehr. Doch gleichzeitig fasziniert das extreme Wetter auch viele Menschen.

Im Internet zeigen viele US-Amerikaner, wozu sie die Kältewelle und die oft unfreiwillig freie Zeit zu Hause inspiriert haben.

Besonders beliebt ist es, kochend heißes Wasser in die Luft zu gießen – woraufhin es als gefrorener Nebel durch die Luft wirbelt.

Nicht bei allen klappt das:

Aus Super Soakern werden bei minus 40 Grad Celsius derzeit Eis-Pistolen.

Die #richkidsofpolarvortex führen den Stunt dagegen eher mit teurem Kaffee durch. 

Andere nutzen die Kälte, um ihre langen Haare als XXL-Iro auf dem Kopf gefrieren zu lassen – auch wenn Mütter und Ärzte davon vermutlich eher abraten würden:

Besonders beeindruckend sind derzeit gefrorene Seifenblasen.

Was geht?

Auch beliebt bei minus 30 Grad: Gefrorene Hosen. 

Nur eine Frage bleibt: Wie kamen die Hosen eigentlich in diese perfekte Form? 😬


Queer

Wolfgang ist schwul – und Polizist. So setzt er sich für mehr LGBT-Sichtbarkeit ein
Er ist der "Gay German Cop".

Bis 1994 war es noch Aufgabe der Polizei in Deutschland, Schwule zu verfolgen – laut Paragraf 175 im Strafgesetzbuch waren sexuelle Handlungen zwischen Männern verboten, nach Schätzungen wurden in der Bundesrepublik etwa 64.000 Männer deswegen verurteilt

Im selben Jahr begann Wolfgang Appenzeller seine Ausbildung bei der Polizei. Zwei Jahre später outete er sich unter seinen Kolleginnen und Kollegen als schwul – damals sorgte das noch für Aufregung in der Polizeikaserne in der bayerischen Provinz. 

25 Jahre später haben es Homosexuelle bei der Polizei immer noch nicht leicht. Und Menschen aus der LGBT-Community begegnen der Polizei nach wie vor misstrauisch.

Daran will Wolfgang etwas ändern – als Ansprechperson für gleichgeschlechtliche Lebensweisen innerhalb seiner Behörde, aber auch in den sozialen Medien: Als "Gay German Cop" will er mehr Sichtbarkeit schaffen für Schwule und Lesben bei der Polizei. 

Wir haben mit ihm gesprochen: über seine Erfahrungen als homosexueller Polizeibeamter und über die Frage, was sich bei der Polizei in Deutschland noch ändern muss. 

Weshalb hast du dich dazu entschieden, über Facebook und Instagram an die Öffentlichkeit zu gehen?

Ich habe gemerkt, dass das Thema Schwule in der Polizei in der Gesellschaft kaum präsent ist. Und wenn, dann ist die Wahrnehmung eher negativ – dann heißt es, die Polizei sei gegen Schwule.

Gleichzeitig habe ich gehört, dass es Polizeipräsidenten gibt, die der Überzeugung sind, dass es in der Behörde keine Schwulen und Lesben gibt. Das ist einfach unvorstellbar.

Und das willst du ändern? 

Ja. Wenn wir sagen, die Polizei sei ein Spiegel der Gesellschaft, dann wüsste ich nicht, warum man davon ausgehen sollte, dass es in der Polizei keine Schwulen und Lesben gibt. 

Und es ist wichtig, dass ungeoutete Kolleginnen und Kollegen sehen, dass es in der Polizei nicht nur diese fünf Schwulen gibt.