Bild: Flickr.com / Iwan Gabovitch

Wer schon einmal in den Genuss gekommen ist, bei Konzerten oder Partys auf der Gästeliste zu stehen, kennt es: das klitzekleine schlechte Gewissen, so ganz unverdient an den wartenden Massen vorbeischleichen zu dürfen – und nichts zahlen zu müssen. Nur weil man die richtigen Leute kennt. Eine Berliner Initiative sorgt nun dafür, dass die Privilegierten ihr gespartes Geld direkt am Eingang für einen guten Zweck einsetzen können.

Damit wurden im vergangenen Jahr rund 125.000 Euro für Geflüchtete eingenommen.

Das Projekt "Plus1" funktioniert so:

Jeder Inhaber von Gästelistenplätzen wird auf Partys und Konzerten aufgefordert, einen Euro in eine Spendendose zu werfen. Das gesammelte Geld wird an Hilfsorganisationen gespendet, die solidarische Flüchtlingsarbeit betreiben. Die Betreiber der Kampagne wollen "Spenden für diejenigen sammeln, die nicht auf der Gästeliste der EU stehen".

So fasst es Stephan Rombach zusammen. Er ist einer von zehn Ehrenamtlichen aus dem Berliner Club- und Musikbetrieb, die das Projekt seit einem Jahr unterstützen.

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Kathrin Hall hat das Projekt vor einem Jahr gegründet. Die Resonanz sei großartig, safte sie vice.com. Viele hätten begeistert mitgemacht. "Clubs wie der Tresor haben sogar freiwillig gesagt, dass jeder an der Gästeliste nicht nur einen, sondern zwei Euro zahlen soll."

Demnach wechseln sie alle halbe Jahre die Initiativen, an die sie das Geld spenden. Bisher gingen die Spenden an Anwohner-Initiativen wie "Moabit hilft" oder an das Projekt "Women in Exile", die sich gegen Diskriminierung von Frauen in Flüchtlingslagern einsetzt. Den Betreibern liegt auch daran, die Flüchtlingspolitik an den EU-Außengrenzen zu kritisieren. Deshalb unterstützen sie auch eine Organisation der zivilen Seenotrettung.

Es gehe bei der Aktion aber nicht nur ums Geld, sagt Kathrin. Sondern auch darum, bei den Clubbesuchern ein Bewusstsein für die Situation der Geflüchteten zu schaffen.


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