Bild: imago/ZUMA Press
Es geht um Nagini.

Spoiler-Warnstufe orange

Wir verraten hier etwas über die Serie oder den Film. Nicht das komplette Ende. Nicht die Mörder-Überraschung. Falls du dich aber ärgerst, wenn wir hier gleich Ereignisse vorwegnehmen: Lieber erst anschauen und dann hierher zurückkommen.

Am 15. November 2018 kommt "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" in Deutschland ins Kino. Vor kurzem wurde ein weiterer Trailer veröffentlicht und darin sehen wir – Vorsicht, Spoiler – eine Frau, die sich in die Schlange Nagini verwandelt

Nun wurde immer mehr Kritik darüber geäußert, dass ausgerechnet eine koreanische Schauspielerin, die Südkoreanerin Claudia Kim, als Schlange Nagini gecastet wurde. J.K. Rowling, die die Buch-Vorlage zu dem Film geschrieben hat und auch Produzentin des Films ist, bekam die Kritik ebenfalls ab.

Ganz rechts im Bild: Die Südkoreanische Schauspielerin Claudia Kim, die Nagini spielt

(Bild: imago/ZUMA Press)

Warum haben die Leute ein Problem damit, wenn eine Südkoreanerin Nagini spielt?

Sowohl die "Harry Potter"- als auch die "Phantastische Tierwesen"-Filme wurden bereits wegen ihrer überwiegend weißen Besetzung kritisiert. Jetzt wurde einmal eine Rolle an eine Koreanerin vergeben – und dann ist es ausgerechnet die:

Nagini ist in den "Harry Potter"-Büchern und -Filmen eine unterwürfige Figur. Fast schon Eigentum des Bösewichts Voldemort, der ihre "Milch" für Stärke trinkt, bevor er vollständig in seinen Körper zurückgebracht wird.

Ein Nutzer übersetzte laut Guardian Tweets aus dem Koreanischen, in denen sich Koreaner über die Besetzung ärgerten. "Eine Asiatin, die in einem Zirkus ausgestellt war ... Wird später enthauptet und stirbt? Sie hat Leute wie eine Schlange [in Harry Potter] gegessen", schrieb ein wütender Twitter-Nutzer.

Was sagt J.K. Rowling zu den Vorwürfen?

J.K. Rowling betont in einem Tweet, dass Nagini ein Naga sei, ein "schlangenähnliches Fabelwesen der indonesischen Mythologie", und fügte hinzu, dass "Indonesien einige hundert ethnische Gruppen umfasst, darunter Javaner, Chinesen und Betawi".

Die Antwort scheint allerdings vielen nicht zu reichen.

Ein Nutzer ärgert sich zum Beispiel darüber, wie schon in "Harry Potter" mit dem Thema Rasse umgegangen wurde: "Du kannst nicht nach Hogwarts zugelassen werden, es sei denn, du bist Engländer und wir wissen nicht, ob es in Asien Zaubererschulen gibt, obwohl in Asien 4,4 Milliarden Menschen leben ... [und] ein mörderischer Weißer hält eine Asiatin in Schlangenform gefangen und manipuliert sie." (Guardian)

Was wissen wir aus den Büchern über asiatische Zauberei?

In "Harry Potter und der Feuerkelch" lernen wir, dass es in anderen Ländern auch Zaubererschulen gibt. Asien wird dabei nicht explizit genannt, aber auch nicht ausgeschlossen. Neville deutet in dem Buch einmal an, dass es in Nepal einen Zauberer gebe, der Schwerkraft-resistente Bäume züchte.

Nur in Nebenwerken wie "Quidditch im Wandel der Zeiten" werden asiatische Zauber-Regierungen in Ländern wie der Mongolei oder Indien erwähnt, eine japanische Zauberschule namens "Mahoukotoro" wird nur auf J.K. Rowlings Website Pottermore ausführlicher beschrieben.

In der Vergangenheit hatte sich Rowling aber über eine prominente Minderheitenbesetzung gefreut. Als im "Harry Potter"-Theaterstück in London Hermine mit einer schwarzen Schauspielerin besetzt wurde, schrieb sie darüber: "Kanon: Braune Augen, krauses Haar und sehr clever. Weiße Haut wurde nie spezifiziert. Rowling liebt die schwarze Hermine". (bento)


Today

Dieses Foto von der Kavanaugh-Anhörung geht gerade viral – der Grund sind die Frauen

Donald Trump will ihn einsetzen, um am höchsten Gericht der USA über Recht und Unrecht zu entscheiden. Doch gerade muss er beweisen, dass er nicht selbst großes Unrecht begangen hat: Brett Kavanaugh wird von drei Frauen beschuldigt, sie schwer sexuell missbraucht zu haben.

Am Donnerstag begann in dem Fall die entscheidende Anhörung vor dem US-Senat. In einer emotionalen Aussage schilderte die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford, wie Kavanaugh versucht haben soll, sie zu vergewaltigen. Sie berichtete auch, wie sie Todesdrohungen und Beleidigungen erreichen, seit ihr Name in Zusammenhang mit den Vorwürfen bekannt geworden ist. Schilderungen, die bei den Anwesenden und Außenstehenden Eindruck hinterließen. (bento)

Auch Kavanaugh sagte aus. 

Und auch Kavanaughs Aussage hinterließ Eindruck – noch mehr aber ein Foto, das währenddessen entstand.