Die 2 Perspektiven

Abistreiche haben meist genau ein Ziel: möglichst viel Chaos am letzten Schultag anzurichten. Schülerinnen und Schüler stellen die Flure mit Tischen und Bänken zu, schmücken die Lehrerautos mit feuchtem Klopapier oder bewerfen die jüngeren Jahrgänge mit Wasserballons.

An einem Gymnasium in Bayern hatte die Schulleitung in diesem Jahr keine Lust auf einen solchen Abistreich. Der Jahrgang protestierte mit einer Todesanzeige.

Die Schülerinnen und Schüler des Schyren-Gymnasium in Pfaffenhofen schalteten die Anzeige in einer lokalen Zeitung. Seither macht ein Foto davon die Runde im Netz. 

Über der Todesanzeige steht:

Nach langem Siechtum entschlief unser langjähriger, treuer Begleiter, der Abistreich.

"Auflagen und Beschränkungen" von Seiten der Schule hätten dafür gesorgt, dass die Planung eines guten Streiches kaum noch möglich sei. Der Jahrgang habe sich daher entschieden, "die Maschinen abzustellen". Symbolisch wurde eine Urne vor der Schule eingegraben. 

Das ist die Anzeige:

Spielverderber. - Dank an Franzi Hofmann.

Gepostet von Kurioses aus der Presseschau am Mittwoch, 4. Juli 2018

Was ist passiert?

Die Schulleitung wollte sich gegenüber bento nicht äußern. Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs waren nicht zu erreichen. Allerdings äußern sich einige im Netz. Und Schulleiter Dietmar Boshof gab dem "Donaukurier" ein Interview. 

Die beiden Perspektiven:

  • Der Jahrgang sagt, die Schulleitung wollte Ort und Zeit des Scherzes definieren und Einfluss darauf nehmen, wie der Streich auszusehen habe. Wenn vorher alles feststehe, sei es keine Überraschung mehr, kritisiert ein Schülerin.
  • Die Schulleitung sagt, es habe laut Boshof "keinen einzigen konkreten Vorschlag" gegeben und die Streiche seien in den vergangenen Jahren immer weiter eskaliert. Die Todesanzeige kritisierte er nun als "Verlegenheitslösung".
Es gibt einen Rahmen des Möglichen, aber ich kann die Schule nicht zur freien Wildbahn erklären.
Schulleiter Boshof im "Donaukurier"

Weiterhin verwies der Schulleiter darauf, dass im vergangenen Jahr ein kreativer Abistreich erlaubt wurde – und der Jahrgang ja noch die Chance hatte, bei der Abifeier ein gutes Programm auf die Beine zu stellen. 

In der Abi-Rede warf der Schulleiter dem Jahrgang vor, "alternative Fakten" über den verbotenen Streich zu verbreiten.

Auf der Homepage des Schyren-Gymnasiums heißt es, Boshof habe den Jahrgang in der Rede ermahnt, er möge im Zeitalter digitaler Medien der Versuchung widerstehen, "alternative Fakten" zu verbreiten. Er meinte damit die Schaltung der Todesanzeige.

Der wirkliche Grund für den Ärger: Vor 20 Jahren hatten Schüler des Schyren-Gymnasiums einen Terroreinsatz inszeniert. 

Damals seilten sich als Terroristen verkleidete Abiturienten durch die Deckenfenster der Aula ab und entführten einen Lehrer. Alles sollte aussehen wie bei der Roten Armee Fraktion (RAF). Die Schüler feierten den Abistreich damals, die Schulleitung distanzierte sich. Und begann im Jahr danach mit Auflagen. (Donaukurier)

Diesen Auflagen fiel nun der aktuelle Jahrgang zum Opfer.


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