Bild: Getty Images / Jens Schlüter
Heute wieder Hass.

Vor der Pegida-Kundgebung am Montagabend in Dresden rechnet die Polizei mit Zehntausenden Anhängern und Gegendemonstranten. Es ist der Jahrestag der Protestbewegung. Pegida-Gründer Lutz Bachmann kündigte für den Abend Gastredner aus anderen europäischen Ländern an.

Verschiedene Initiativen, Vereine, Gewerkschaften und Parteien unterstützt die Gegen-Proteste. Diese sammeln sich unter dem Motto "Herz statt Hetze". Protest gegen Pegida gab es im Netz auch unter #IchBinDresden. Wir haben für euch nochmal die wichtigsten Infos zu Pegida zusammengefasst:

Was ist Pegida?

Die Bewegung "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" ging 2014 aus einer Facebook-Gruppe hervor und machte ab Herbst letzten Jahres mit sogenannten Montagsdemonstrationen in Dresden auf sich aufmerksam. Dabei wird für eine Begrenzung der Zuwanderung und härtere Asylgesetze demonstriert. Die Teilnehmer benutzten unter anderem die Parole "Wir sind das Volk", die auch Demonstranten in den letzten Monaten der DDR gerufen hatten.

Pegida-Ableger entstanden auch in anderen Städten im In- und Ausland, die aber zahlenmäßig nie so erfolgreich waren wie in Dresden. Im Januar 2015 gingen in der sächsischen Landeshauptstadt Schätzungen zufolge wöchentlich bis zu 20.000 Menschen auf die Straße. Bis Juni ging die Zahl auf im Schnitt 1500 pro Woche zurück. Wissenschaftler sehen die Bewegung als "regionales, ostdeutsches und sächsisches, beziehungsweise lokales, Dresdner Phänomen.“

Auf der Pegida-Demonstration am 12. Oktober war diese Galgen für Kanzlerin Merkel und Vize-Kanzler Gabriel zu sehen.(Bild: dpa / Nadine Lindner)
Wer geht zu Pegida?

Eine Umfrage unter Teilnehmern der Demonstrationen ergab Anfang 2014, dass der durchschnittliche Pegida-Anhänger Ende 40, männlich, berufstätig und gut ausgebildet ist. Als Partei bevorzugt er die AfD, vor der CDU. Als Grund für die Teilnahme an den Kundgebungen wurden drei Gründe am häufigsten genannt: "Unzufriedenheit mit der Politik", "Kritik an Medien und Öffentlichkeit" sowie "grundlegende Vorbehalte gegen Asylbewerber und Migranten".

Heute (Bild: dpa (Kay Nietfeld))
Was sagen Politiker?

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in ihrer Neujahrsansprache 2015 vermutlich mit Bezug auf Pegida-Sympathisanten: "Zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!“ Innenminister Thomas de Maizière (CDU) nannte die Organisatoren "harte Rechtsextremisten" und sagte an die Menschen im Land gerichtet: "Bleiben Sie weg von denen, die diesen Hass, dieses Gift in unser Land spritzen." Justizminister Heiko Maas (SPD) sagte unter anderem mit Bezug auf den Messerangriff auf die Kölner Politikerin Henriette Reker: "Pegida senkt die Hemmschwellen dafür, dass aus Worten Taten werden."

Entwicklung der Facebook-Fans von Pegida, Januar bis Oktober, Grafik von Pluragraph
Wie viele Fans hat Pegida online?

Im Januar 2015 erreichten die Teilnehmerzahlen bei Pegida-Demonstrationen ihren Höhepunkt. Diese Entwicklung spiegelte sich auch online wider: Bei Facebook kam die dazugehörige Seite Ende des gleichen Monats auf über 160.000 Likes. Während es in den folgenden Monaten deutlich weniger Anhänger der Bewegung auf die Straße gingen, blieb die Zahl im Internet auf dem gleichen Niveau. Von Anfang September bis Mitte Oktober kamen jetzt nochmal mehr als 10.000 "Gefällt mir“-Klicks dazu, wie eine Grafik von "Pluragraph" zeigt.

Wie Dresden sich gegen Pediga wehrt, könnt ihr hier nachlesen.

bento Today abonnieren