Hach, Pegida.

Großdemos und Polizeieinsätze werden am Samstag das Stadtbild von Dresden prägen. Unter dem Motto "Festung Europa" plant die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung Versammlungen in zehn Ländern. Während sich bei den Montagsdemos zuletzt jeweils rund 4000 Anhänger trafen, werden am Samstag laut Polizei etwa 15.000 Demonstranten erwartet. ("Leipziger Volkszeitung")

Vor der Veranstaltung ruft Pegida-Aktivistin Tatjana Festerling zur Teilnahme auf und hetzt in einem Video gegen Flüchtlinge. Darin heißt es, Deutschland stehe kurz vor dem Zerfall und müsse sich vor "skrupellosen, verrohten muslimischen Männern" retten, die durch "tägliche Respektlosigkeiten, aggressive Angriffe, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen" auffielen.

Doch auch zahlreiche Gegendemonstranten haben sich angekündigt. Die Grünen, die SPD, die Piratenpartei, die evangelische Kirche und die jüdische Gemeinde werden vertreten sein.

Was erwartet die Polizei?

"Wenn die Seiten friedlich bleiben, bekommen wir die Sache in den Griff", sagte Thomas Geithner, Polizeisprecher der Polizeidirektion Dresden, zu bento. "Trotzdem ist uns klar, dass sich die Menschenmassen irgendwann in der Stadt begegnen werden. Wir befürchten, dass Links- und Rechtsextremisten die Situation ausnutzen werden". Um gewalttätige Auseinandersetzungen zu vermeiden, werde die Polizei daher mit elf Hundertschaften im Dienst sein.

Die Stimmung wird aggressiver

Zum Jahrestag der ersten Pegida-Demonstrationen im vergangenen Oktober waren bereits 15.000 bis 20.000 Demonstranten in der Stadt – und genauso viele Gegendemonstranten. Doch die Stimmung werde aggressiver, meint Geithner. Seit Oktober würden regelmäßig Autos brennen und auch der Ton in den Reden von Pegida werde deutlich schärfer. "Unsere Sorge ist, dass das gegenseitige Aufrüsten und die verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen immer schlimmer werden", sagt er. "Wir machen uns Sorgen um die Stimmung in der Stadt."