Bild: dpa; David Ebener/ Montage: bento

Es sind zwei der derzeit größten Kriminalfälle in Deutschland. Jetzt kommt raus: Sie könnten beide zusammenhängen. Nach 15 Jahren haben Ermittler einen brisanten Fund im Fall der getöteten Peggy gemacht. Sie fanden DNA-Spuren des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort von Peggys Skelett.

Worum ging es im Fall Peggy?
  • Als neunjähriges Mädchen verschwand Peggy K. auf dem Heimweg von ihrer Schule im bayerischen Lichtenberg. 15 Jahre fehlte von ihr jede Spur.
  • Mit hohem Aufwand haben die Ermittler nach der Leiche und nach möglichen Tätern gefahndet. Jahrelang vergebens. Erst Anfang Juli diesen Jahres fand ein Pilzsammler Knochen in einem Wald in Thüringen, sie stammen von der toten Peggy. Dann begann eine Sonderkommission der Polizei erneut nach dem Täter zu fahnden (bento I).
  • Mehrere Männer standen bereits in Verdacht, Peggy entführt und ermordet zu haben. Unter anderem ein Mann, dessen Nichte neben der Familie von Peggy wohnte, sowie ein Vorbestrafter Sexualstraftäter aus Lichtenberg.

Was war noch mal der NSU?

Die Abkürzung steht für die rechte Zelle "Nationalsozialistischer Untergrund". Ihr gehörten die mutmaßlichen Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt an. Die drei hatten 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt – also auf der Flucht vor der Polizei und den Geheimdiensten.

Zwischen 2000 und 2007 sollen sie zehn Morde begangen haben: acht türkisch- und einen griechischstämmigen Zuwanderer getötet haben. Als zehntes Opfer soll das Trio eine deutsche Polizistin getötet haben. ("WAZ") Als sie die erste Tat verübt haben sollen, waren sie gerade einmal zwischen 23 und 27 Jahren alt.

2011 flog der NSU auf. Böhnhardt und Mundlos wurden tot in einem ausgebrannten Wohnwagen aufgefunden, Zschäpe stellt sich wenig später der Polizei (tagesschau.de). Seit Mai 2013 steht sie vor Gericht, Ende September hat sie sich erstmals selbst geäußert (bento II).

Wie sollen nun beide Fälle verknüpft sein?
  • DNA-Spuren von Uwe Böhnhardt wurden auf einem Stück Stoff neben der Leiche von Peggy entdeckt. Ob die Spur in Verbindung mit dem Tod von Peggy steht, muss noch geklärt werden. Eventuell könnte die Decke rein zufällig dort gelandet sein. Möglich ist auch, dass die DNA-Probe im Labor verunreinigt wurden – denn das Skelett von Peggy und die Leiche Böhnhardts sind im gleichen rechtsmedizinischen Institut untersucht worden. Allerdings schließen die Ermittler dies nahezu aus (SPIEGEL ONLINE).
  • In einer Zwickauer Wohnung des NSU-Trios wurde damals ein Datenträger mit Kinderpornos gefunden. Bereits 2013 wurde deshalb gegen Beate Zschäpe wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt. Das Verfahren wurde allerdings eingestellt, weil die Mittäterschaft an den Morden schwerer wiegt (stern.de).
  • Auch im ausgebrannten Wohnmobil – in dem Böhnhardt und Mundlos ums Leben kamen – wurden nach Informationen des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses Kindersachen gefunden. Die Herkunft der Sachen ist unklar, die meisten Sachen seien nie auf DNA untersucht worden.
  • Uwe Böhnhardt war bereits 1993 in einem Fall wegen Kindsmord in Jena vernommen worden. Damals war Böhnhardt 15 Jahre alt. Einige Jahre wurde gegen Beate Zschäpe wegen Besitz von Kinderpornografie ermittelt. Das Verfahren wurde eingestellt, als sie mit Böhnhardt und Mundlos 1998 in den Untergrund ging ("Stuttgarter Nachrichten").

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