Bild: Alastair Grant/dpa
Die Ergebnisse der Wahl in Großbritannien

So hatte sich das Theresa May sicher nicht vorgestellt: Die britische Regierungschefin hatte Neuwahlen ausgerufen, um sich eine größere Mehrheit und damit eine gestärkte Position in den Brexit-Verhandlungen zu sichern. Nach der Auszählung von über 600 der 650 Wahlkreise ist klar, dass ihre Tories-Partei die absolute Mehrheit im Unterhaus verlieren wird.

  • Laut aktuellen Hochrechnungen kommen die Konservativen auf 316 der 650 Sitze. Sie blieben damit stärkste Partei, allerdings fehlten ihr zehn Sitze, um alleine regieren zu können. (BBC)
  • Für Mays Partei bedeute das einen Verlust von 15 Sitzen. Stärkster Gewinner ist die Labour Partei ihres Konkurrenten Jeremy Corbyn – sie gewinnen wohl 33 Sitze dazu und werden auf 265 kommen. 
  • Dritt- und viertstärkste Partei sind die Schottische Nationalpartei (SNP) mit 34, und die Liberaldemokraten mit 13 Sitzen.
  • Endgültige Ergebnisse werden für Freitagmittag erwartet.
  • Die Wahlbeteiligung lag bei 68,8 Prozent – dem höchsten Stand seit 1997.
So reagierten die Kandidaten:
  • Corbyn forderte May am Freitagmorgen auf, zurückzutreten. May habe "Wählerstimmen, Unterstützung und Vertrauen verloren", sagte er. Sie müsse abtreten und Platz machen für eine "wirklich repräsentative Regierung". (BBC)

  • May sagte hingegen, es sei nun die Aufgabe ihrer Partei "eine Zeit der Stabilität sicherzustellen". (BBC)

Was bedeuten die Wahlergebnisse für Großbritannien?
  • Die Konservativen bleiben damit stärkste Partei im Parlament. Allerdings brauchen sie zur Regierungsbildung einen Koalitionspartner.
  • Das könnte schwierig werden: die außenpolitische Sprecherin der Labour-Fraktion, Emily Thornberry, sagte bereits, eine Koalition mit Labour sei ausgeschlossen. (BBC)
  • Es läuft also alles auf eine Minderheitsregierung der Tories oder von Labour hinaus. 
  • Das macht den Kurs der zukünftigen Regierung ungewiss – und hat direkte Auswirkungen auf Großbritanniens Wirtschaft: Das Britische Pfund verlor im Vergleich zum Dollar bereits um 2 Prozent. (BBC)

Eigentlich hätten in Großbritannien erst wieder 2020 Wahlen stattfinden sollen. May kündigte die Neuwahlen im April an, als ihre Umfragewerte klar vorn lagen. Diese Entscheidung scheint sich nun als großer Fehler herausgestellt zu haben.


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