Bild: Reuters / Christian Hartmann
Selbstmordattentate mit Sprengstoffgürteln, Schießereien, eine Geiselnahme, mehr als 120 Tote.
Was passiert ist
  • Selbstmordattentate mit Sprengstoffgürteln, Schießereien, eine Geiselnahme: Paris ist von einer Terrorserie erschüttert worden. Die genaue Anzahl der Opfer ist weiter unklar. Neuesten Angaben zufolge starben mindestens 120 Menschen, mindestens 200 wurden verletzt.
  • Präsident Hollande macht für die Anschläge die Terrororganisation Islamischer Staat verantwortlich. Es handele sich um einen Kriegsakt.
  • Der IS hat sich inzwischen in einer Erklärung zu der Terrorserie bekannt. In dem Bekennerschreiben ist von acht Attentätern die Rede. Die Anschlagsorte seien bewusst ausgewählt worden (SPIEGEL ONLINE).
  • Am Samstagabend hat es in Brüssel mehrere Festnahmen im Zusammenhang mit den Anschlägen gegeben, das bestätigte der Justizminister. Der Politiker sagte dem belgischen TV-Sender VRT, dass die Festnahmen im Zusammenhang mit einem Auto mit belgischem Kennzeichen stünden, das am Freitag in der Nähe der Bataclan-Konzerthalle in Paris gesehen worden war. (SPIEGEL ONLINE)

Inzwischen ist sicher, dass es insgesamt sechs Tatorte gab. Die Attentäter schlugen in einem Konzertsaal, in Restaurants, an belebten Straßen und in der Nähe des Fußballstadiums Stade de France zu. Hier ist die Übersicht.


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1. Geiselnahme im Konzertsaal Bataclan
(Bild: epa / Yoan Valat)
  • Mindestens vier mit Sturmgewehren bewaffnete, unmaskierte Männer stürmten während eines Rockkonzerts in das Gebäude und eröffneten das Feuer. Es folgte eine fast dreistündige Geiselnahme in dem Konzertsaal am Boulevard Voltaire.
  • Augenzeugen zufolge schrien die Attentäter während des Angriffs ihre Wut über die Beteiligung Frankreichs am Kampf gegen die Extremistenmiliz IS in Syrien hinaus.
  • Die Polizei stürmte den Konzertsaal kurz vor 0.30 Uhr, der Einsatz war gegen 1.00 Uhr beendet. Mehr als 80 Menschen starben, darunter die vier Angreifer. Drei von ihnen hatten sich mit einem Sprengstoffgürtel selbst in die Luft gesprengt.
  • Der vierte, der auch einen solchen Gürtel trug, wurde offenbar von Polizeikugeln getroffen, beim Fallen soll auch sein Sprengstoff explodiert sein.
2. Selbstmordattentate am Fußballstadion Stade de France
(Bild: Reuters / Gonzalo Fuentes)
  • Fast zeitgleich zum Angriff auf den Konzertsaal ereignete sich um 21.20 Uhr in der Umgebung des Stadions im Norden von Paris eine erste Explosion. Es lief das Freundschaftsspiel zwischen Frankreich und Deutschland, die gewaltige Detonation war im Stadion deutlich zu hören. Das Spiel wurde nicht unterbrochen.
  • Es folgten weitere Explosionen, eine davon in der Nähe eines McDonald's-Restaurants.
  • Präsident Hollande und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wurden sofort in Sicherheit gebracht. Die Ein- und Ausgänge zum Stadion wurden abgeriegelt.
  • Offenbar wurden bei den Explosionen vier Menschen getötet, darunter drei Angreifer, die wie im Bataclan Sprengstoffgürtel zündeten.
3. Schießerei in einer Pizzeria an der Rue de la Fontaine au Roi
  • Wenige hundert Meter vom Bataclan entfernt war die Terrasse der Pizzeria La Casa Nostra Ziel eines Anschlags. Fünf Menschen wurden durch Schüsse aus einer automatischen Waffe getötet, berichtet ein Augenzeuge.
4. Selbstmordattentat auf dem Boulevard Voltaire
  • Auch hier gab es es offenbar ein Selbstmordattentat mir einem Toten. Nach Angaben aus Justizkreisen habe ein Attentäter auf dem Boulevard Voltaire seinen Sprengstoffgürtel zur Explosion gebracht und seit tot.
5. Schießerei auf Restaurantterrasse in der Rue Alibert/Rue Bichat
  • Etwas weiter nördlich kam es an der Ecke der Straßen Bichat und Alibert zu Schüssen auf der Terrasse des Restaurants Le Petit Cambodge. Dort wurden 14 Menschen getötet.
  • "Es war surreal, alle lagen am Boden, niemand bewegte sich", erzählte eine Augenzeugin.
6. Schießerei in der Rue de Charonne
  • Ähnliche Szenen spielten sich etwas weiter östlich in der Rue de Charonne ab, wo 18 Menschen getötet wurden.
  • Ein Mann berichtete, er habe "zwei, drei Minuten" lang Schüsse gehört. Nach seinen Angaben waren ein Café und ein japanisches Restaurant das Ziel der Schüsse.
Der zeitliche Ablauf

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