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Mehr Vielfalt, mehr Frauen, mehr Streaming

Viel zu männlich und viel zu langweilig – das wurde den Oscars seit Jahren vorgeworfen. Nun, zwei Jahre nach "MeToo", hat Hollywood dazu gelernt und seine mittlerweile 91. Oscar-Verleihung unter das Motto "Female First" gestellt.

Und zwar sprichwörtlich: Seit Jahren beginnt die Verleihung traditionell mit dem Preis für den besten männlichen Nebendarsteller. In diesem Jahr wurde nun als erstes die beste weibliche Nebendarstellerin gewürdigt: Regina King für "If Beale Street Could Talk". Damit war der Ton gesetzt.

Hier sind alle Gewinner der Oscars 2019 im Überblick:

Beste Regie: Alfonso Cuarón für "Roma"

Bestes Originaldrehbuch: Nick Vallelonga, Brian Currie und Peter Farrelly für "Green Book"

Bestes adaptiertes Drehbuch: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott und Spike Lee für "BlacKkKlansman"

Beste Kamera: Alfonso Cuarón für "Roma"

Bestes Szenenbild: Hannah Beachler und Jay Hart für "Black Panther"

Beste visuelle Effekte: Paul Lambert, Ian Hunter, Tristan Myles und J.D. Schwalm für "First Man"

Bestes Kostümdesign: Ruth E. Carter für "Black Panther"

Bestes Make-up und beste Frisuren: Greg Cannom, Kate Biscoe und Patricia DeHaney für "Vice"

Bester Schnitt: John Ottman für "Bohemian Rhapsody"

Bester Tonschnitt: John Warhurst und Nina Hartstone für "Bohemian Rhapsody"

Bester Filmsong: "Shallow" von Lady Gaga aus "A Star Is Born"

Beste Filmmusik: Ludwig Göransson für "Black Panther"

Bester animierter Kurzfilm: "Bao"

Bester Kurzfilm: "Skin"

Beste Doku: "Free Solo"

Beste Kurzdoku: "Stigma Monatsblutung"

1/12

Und wie war nun die Show? Hier sind 3 Erkenntnisse der Oscars 2019:

1 Frauen sind seltener nominiert – gewinnen dann aber öfter.

Nur jede fünfte Nominierung – abseits der geschlechtergetrennten Darstellerpreise – galt in diesem Jahr einer Frau, einige Oscars waren sogar von vornherein nur Männern versprochen. Unter anderem in den Rubriken für beste visuelle Effekte, Schnitt und Filmmusik und den "Königsdisziplinen" Regie und Kamera waren keien Frauen nominiert. (bento)

Bei der Verleihung konnten die Damen dann aber aufholen: 16 Frauen holten einen Oscar, im Vergleich zu 31 Männern. Damit liegen die Herren immer noch vorne, klar, aber jeder dritte Preis ging an Frauen. Und die wussten sich in ihren Dankesreden zu ermutigen:

2 Die Oscars sind endlich so vielfältig wie die echte Welt.

In der Organisation, die die Oscars vergibt, sind Künstler, Filmschaffende und Produzierende aus ganz Hollywood versammelt. Lange war das immer das alte Harvey-Weinstein-Hollywood – das hat sich gewandelt.

Die Laudatorinnen und Laudatoren – und schließlich die Ausgezeichneten – waren so vielfältig wie die Menschen, die auch ins Kino gehen. Constanze Wu und Awkwafina standen auf der Bühne, Jason Momoa, Maya Rudolph und Chadwick Boseman. Javier Bardem hielt seine Laudatio gleich auf Spanisch – und klar ging es um Grenzen und dass man sie besser nicht bauen sollte.

Am besten brachte die Vielfalt aber wohl Rami Malek auf den Punkt:

Wir haben einen Film über einen Schwulen, einen Migranten, gemacht, der sein Leben einfach kompromisslos gelebt hat. Der Fakt, dass ihr und ich ihn heute feiern, zeigt, dass wir eine Sehnsucht nach Geschichten wie dieser haben.
Rami Malek

Rami Malek gewann für die beste Hauptrolle in "Bohemian Rhapsody". Der US-Amerikaner mit ägyptischen Wurzeln spielt darin Freddie Mercury – einen Briten mit indischen Wurzeln. Das ist seine Rede:

3 Die Zeit der Studios geht zuende, die Zeit von Netflix kommt.

Die Oscar-Show war, ganz ehrlich: eher öde. Eine Moderation gab es nicht, nachdem Kevin Hart wegen homophober Äußerungen Abstand nehmen musste (bento).

Längst gucken viele nicht mehr im Kino oder vorm Fernseher, sondern im Stream. Und das merkte man auch bei den Oscars: Netflix ist einer der heimlichen Gewinner. Der Streamingdienst finanziert Dokus und Filme, die mittlerweile wirklich ausgezeichnet sind. 

  • "Roma" von Alfonso Cuarón ist eine Netflix-Produktion. Und hat Regie, Kamera und den besten fremdsprachigen Oscar abgeräumt.
  • "Stigma Monatsblutung" bekam ebenfalls Geld von Netflix – und holte nun den Oscar für die beste Kurzdoku. Andere hätten dem Thema wohl keine solche Aufmerksamkeit geschenkt.

Streaming

Wo kann ich die Oscars 2019 streamen – und wann laufen die wichtigsten Kategorien?

In der Nacht von Sonntag auf Montag findet die mittlerweile 91. Verleihung der Academy Awards statt. Die Oscars 2019 werden wie in jedem Jahr in Los Angeles übergeben – weshalb es in Deutschland zu der Zeit mitten in der Nacht ist.

Die Show läuft am 24. Februar 2019 im Dolby Theatre, einen Moderator gibt es in diesem Jahr nicht. Dafür die einen oder anderen Nominierten: